Ideen für einen Abrisskandidaten
Ausstellung zum N1 in Mannheim
Alle Jahre wieder entzündet sich eine neue Diskussion um die Gestaltung des zentralen städtischen Raumes in Mannheim. Derzeit ist das Stadthaus N1 der Mannheimer Architekten Carlfried Mutschler & Partner Gegenstand der Diskussion, das 30 Jahre nach seiner Errichtung als Abrisskandidat gehandelt wird. Das seit kurzem unter Denkmalschutz gestellte, nutzungshybride Stadthaus besetzt mitsamt seinen funktionalen Problemen prominent einen zentralen Platz in der Planstadt. Auch sein Umfeld wird sich in naher Zukunft durch diverse Neu- und Umbauten verändern.
Das MOFA – Mannheims Ort für Architektur – zeigt nun mit „Zukunft Stadthaus N1“ studentische Arbeiten, die verschiedene Zukunftsszenarien dieses Stadtraumes und seiner Architektur erkunden. Mit ihren Analysen der städtebaulichen Platzierung, ihren Deutungen des besonderes Baus und ihren Beobachtungen der architektonischen Details zeigen sie eine mögliche Zukunft für das N1. Beteiligt sind Studierende der TU Kaiserlautern (Fachgebiet für architektonische Darstellung und Entwerfen von Alexander Bartscher) und der Hochschule für angewandte Wissenschaften München (Entwurfsstudio unter Leitung von Claudia Schmidt und Björn Martenson). Ihre Entwürfe sind ab morgen, Donnerstag 10. März, in einer Schaufensterausstellung in Mannheim zu sehen.
Eröffnung: Donnerstag, 10. März, 19Uhr
Ausstellung: Donnerstag, 10. März bis 22. April, täglich
Ort: ÖVA Passage, Planken P7 22, 68161 Mannheim
Ich bin der festen Überzeugung, dass Mutschlers Bau nicht weitergedacht, sondern neu gedacht werden muss, um sich langfristig in Mannheims Mitte und im Herzen der Mannheimer als Denkmal zu etablieren. Dabei rede ich nicht grundlegend vom Abriss, sondern der Wiedernutzbarmachung des Bestands, denn der Bestand sollte vor allem in Anbetracht der Nachhaltigkeit Wiederverwendung finden. Wenn mehrere Funktionen keine Anwendung finden können, müssen wir uns eben auf eine beschränken und diese entsprechend aber im Umkehrschluss ermöglichen.
Es erschütterte mich aber zu sehen, wie Mannheims Identität und die Gegebenheiten darunter des Öfteren der historische Paradeplatz in den Entwurfsgegenständen übergangen wurde. Die ignorante Verherrlichung Mutschlers seitens eines bestimmten Professors ließ bis auf Mutschler-konforme eine weitergehende Interpretation nicht zu, was sich auch in der Bewertung und der Anpassung der Entwürfe in maßgeblich falsche Richtung auswirkte.
Wir können keine Erfolge erwarten, wenn wir alte Fehler wiederholen.
Ich kann damit auch den Entwurf mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.
Albert Marhoffer