Learning from Europacity
BAUNETZWOCHE#690
Learning from Europacity
BAUNETZWOCHE#690

- Dossier: Die Planungen zur Europacity am Berliner Hauptbahnhof begannen 2008. Nun ist das Quartier fast fertig. Doch es herrscht Leere statt Lebendigkeit. Wie ist es dazu gekommen und was lässt sich aus dem Planungsprozess lernen? Eine Bestandsaufnahme.
- Villa Jürgen Habermas: Was aus dem nun leer stehenden Haus des kürzlich verstorbenen Philosophen werden könnte.
- Stern von Laufenburg: Wie poetisch ein Stromknotenpunkt sein kann.
Teaserbild: Blick über den Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof auf die Europacity. Foto: Juan Camilo Roa
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Kommentare
M. Schenker
Ich persönlich hatte bereits die Gevierte südlich des Hauptbahnhofs als das "Neue Scheunenviertel" in Berlin bezeichnet. Ein Stadtbild zum davonlaufen. Das ist nun nördlich des Hbf konsequent fortgesetzt worden. In einem vorherigen Kommentar hieß es "... in Berlin immer am schlechten Beispiel lernen müssen" - nein, schlimmer, es werden die Katastrophen kultiviert!
maestrow
Am Ende will es natürlich von den Architektinnen und Architekten keine(r) gewesen sein, die für die kollektiv missglückte Ödnis verantwortlich zeichnen. Überall - wie stets - natürlich nur gute Absichten. Insofern kann von einer sehr kritischen Bestandsaufnahme (@Gorki) eigentlich hier nicht einmal die Rede sein. Andererseits ist die schwache Position der Stadtplanung der Anfang der entstandenen Misere. Heute kann man dieses Beispiel zukünftigen Generationen von Planerinnen und Planern als Idealfall zeigen, was alles schief gehen kann, wenn mutlose Stadtplanung auf ruchlose Verwertungsinteressen trifft. Ein Meisterbeispiel wofür Geld ausgegeben wurde, um das Falsche Schritt für Schritt immer besser noch falscher machen zu können. Wenn es nicht so traurig wäre, dass wir hier in Berlin immer am schlechten Beispiel lernen müssen. Vielleicht rettet es die nächste IBA? Es wäre ehrlich wünschenswert...
Gorki
Endlich mal eine ehrliche Bestandsaufnahme. Ich arbeite in Boston in den neuen "Retortenstadteilen" Kendall Square und Sepaport - wie lebendig ist es da! Die Strassen voller Menschen, immer jemand unterwegs. Wieso: weil Biotech Labs, Bueros, Wohnungen, Hotels bunt gemischt sind. Nicht: eine Ecke arbeiten, die andere Ecke wohnen. Im Erdgeschoss sind immer Laeden oder Restaurants, sehr breite Buergersteige mit grossen Gartenstreifen. Es geht so einfach. Vielleicht sollte man mal weniger planen, und mehr dem Zufall ueberlassen. Ubrigens wird da auch doppelt so hoch gebaut, und es wirkt trotzdem nicht erschlagend. Phildelphia, Nashville... haben enso neue Viertel full of life. Staedtebau muss man wohl von Amerikanern lernen. Who would have thought that?
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