Kraxeln, Purzeln, Rutschen
Behnisch baut Kita in Heidelberg
Die Stadt Heidelberg hat mit der städtebaulichen Umstrukturierung von 116 Hektar ehemaliger Güterbahnhofsflächen im Westen der Innenstadt begonnen. Die „Bahnstadt“, die hier entstehen soll, ist das größte Umstrukturierungs- und Wohnungsbauprojekt der Stadt Heidelberg seit den 1970er Jahren.
Als eine der ersten Baumaßnahmen soll eine Kindertagesstätte im Passivhausstandard für das kommende Wohnviertel entstehen. Im ausgelobten Wettbewerb waren außerdem Ideen für die Freiflächengestaltung der „Schwetzinger Terrasse“ gefragt, die mit der Kinderbetreuung gemeinsam geplant werden soll.
Die Jury unter Vorsitz von Jörg Aldinger, unter anderen mit Anna Brunow (Helsinki), Johannes Gerstner (Heidelberg) und Jorunn Ragnarsdottir (Stuttgart), hat nun fünf Preise vergeben, eine Anerkennung ging an Hübner + Erhardt (Heidelberg):
1. Preis (18.500 Euro): Behnisch Architekten, Stuttgart
2. Preis (11.500 Euro): K9 Architekten, Freiburg
3. Preis (8.500 Euro): Harris + Kurrle Architekten, Stuttgart
4. Preis (6.500 Euro): Günter Hermann Architekten, Stuttgart
Die Architekten über ihren Entwurf: „Der Entwurf geht auf die Idee der Auslobung ein, den Kindern über das Gebäude selbst ein Bewusstsein für erneuerbare Energien zu entwickeln. Die kompakte Kubatur folgt dem Bild einer Burganlage: Wassergraben, Zugangssteg und umlaufender ‚Wehrgang‘ sind bauliche Elemente, die diese Assoziation unterstützen und der Kita zu einer prägnanten Identität verhelfen. Der Außenbereich ist als umschlossener Garten konzipiert. Die Topographie ist stark modelliert und kann kraxelnd, purzelnd oder rutschend genutzt werden. Durch seine erhöhte Lage kann er für die Kinder als Beobachtungsposten über der Schwetzinger Terrasse verstanden werden. Gehölzgruppen bieten Schatten, Verstecke und die Möglichkeit, die Jahreszeiten zu erleben. Flächen unterschiedlicher Materialität (Sand, Tartan, Stein, Rasen) fördern sinnliche Erfahrungen und die Begegnung der Kinder mit unterschiedlichen Elementen.“
Die Unilever-Zentrale von Behnisch Architekten bei www.designlines.de
is ja dann GRADE nochmal gutgegangen das es keiner in HD gemerkt hat....
ist wirklich ein bärengehege....
aber, leute! architekten!, wieso macht ihr dann nicht auch gleich alle wände schwarz, zumindest doch mal außen?
Spielpädagogisch durchdacht? Weniger. Mauer drum, weggesperrt, man hört förmlich die ErzieherInnen rufen "geh runter von der Brüstung...". Wasserflächen üben eine magische Anziehung auf Kinder aus. Integriert in den Spielbereich? Mitnichten, zudem im Norden. Apropos Norden... Ist der Jury die Ausrichtung des Gebäudes entgangen? Ein Großteil besteht aus unbesonnten Räumen. /Ironie an Das ist energetisch wertvoll, ist Glas doch die Wärmeverlustfläche schlechthin /Ironie aus.
Stimmige Aussenanlagen? Wenn man den Lebenraum eines Baumes in der Innenstadtlage mit einer Baumscheibe von 2m Durchmesser als Maßstab ansetzt, ja. Kinder wollen und müssen sich bewegen - dort allerdings bitte nur langsam.
Ich persoönlich halte den Entwurf städtebaulich für hundefreundlich. Viel öffentliche Fläche für's "G'schäftle" des treuen Begleiters.
Ist das unopportune Behnisch-Kritik?