Quader im Quartier
Doppelhaus in Ljubljana von Arhitektura
Am südöstlichen Stadtrand von Ljubljana liegt die 1895 gegründete Siedlung Rožna Dolina. Bis in die 1930er Jahre galt der Ort als Symbol eines mondänen Lebensstils, der oft kritische Blicke von der benachbarten Landbevölkerung auf sich zog. Mit der Eingemeindung in die heutige Hauptstadt Sloweniens änderte sich die Struktur. Einfachere Häuser gesellten sich zu den weitläufigen Anwesen und trugen so zur Verdichtung des Viertels bei, was sich in sozialistischer Zeit durch markante Wohnblöcke weiter steigerte. Heute werden hier vor allem wieder Villen gebaut, wodurch sich die städtische Matrix erneut verändert.
Im Kontext dieses komplexen Gefüges sonderbarer Baulücken und manch paradoxer Strukturen schuf das ortsansässige Büro Arhitektura mit dem Double Brick House ein Doppelhaus. Wo der 6 x 30 Meter große Neubau mit seinen drei Etagen nun steht, befand sich zuvor ein Altbau in stark sanierungsbedürftigem Zustand. Aus der Stapelung der Funktionsbereiche formten die Architekt*innen einen monolithischen Quader mit Einschnitten. Als Fassadenmaterial kamen dunkelbraune Ziegel zum Einsatz.
Ausgelegt sind die beiden Wohneinheiten mit ihren circa 170 Quadratmetern Nutzfläche für zwei fünfköpfige Familien. Die beiden Doppelhaushälften liegen hintereinander in dem schmalen Baukörper. Über einen Parkplatz am westlichen Ende des Grundstücks erreicht man die getrennten Eingänge des Hauses. Im Erdgeschoss findet sich je ein Wohnzimmer mit angeschlossener Küche. Die Kinderzimmer mit zugehörigem Badezimmer sowie ein Arbeitszimmer befinden sich im ersten Obergeschoss, während das oberste Geschoss je das Hauptschlafzimmer mit Nebenräumen beherbergt.
Geht es nach den Vorstellungen der Architekt*innen sollen auf den Nachbargrundstücken bald ähnliche Projekte realisiert werden, die zur weiteren Umstrukturierung und baulichen Homogenisierung des Quartiers beitragen würden.
Text: Marius Birnbreier
Fotos: Miran Kambič
unbekanntes Frühwerk von HdeM?
asymmetrisch abgeschlepptes Satteldach, Trapez-Blechdach mit rhytmisierendem Schneefang, Sichtbarbelassung Plattendämmstoff inkl. verzinktem Befestigungsmittel, fast schon gestaltetem Plattenversatz, Farbgebung Dach und Fenster Schwarz, Rest bewittert Grau - es hat Potential!
Ein wunderbarer Beitrag, welcher zeigt, dass auch in postkommunistischen Ländern moderne Baukultur erwachsen kann. Einzig bin ich nicht ganz d´áccord mit den vielen schmalen Fenstern an einer Seite...hat etwas öffentlichen Charakter... Aber sonst: Chapeau !!
Gemeinsam erst ein interessantes Ganzes. Die Spannung dazwischen. Eigentlich ist der Raum dazwischen der gemeinsame Garten.
Interessant auch, das jeder durchs Fenster den anderen "geniesst", von seinem eigenen Weltverständnis wenig hat. Besser, sie würden beide tauschen.
So hat jeder eine Lektion in dem was ihm fehlt, als Ergänzung.
Der unmittelbare Nachbar mit der "Sauerkrautplatten"- Putzträger - Fassade gibt ein bedrückendes Bild einer postsozialistischen Peripherie-
Wenn das der Geist des Ortes aber ist, kommt mir der gut gestaltete Neubau wie der Fremdkörper vor. Der Tessler in Kalkutta ...