Mit Holz ausgefacht
Einfamilienhaus von Degelo Architekten bei Basel
Die Gemeinde Allschwil liegt am südwestlichen Rand von Basel und zeichnet sich durch Stadtnähe, die Lage im Grünen sowie einen historischen Dorfkern mit Fachwerkhäusern aus. Eine private Bauherrschaft erwarb dort ein Grundstück mit einem denkmalgeschützten Riegelhaus – so werden Fachwerkhäuser in der Schweiz genannt –, um dieses zu sanieren. Das um 1800 errichtete Gebäude war jedoch in einem so schlechten Zustand, dass es aus dem Denkmalschutz entlassen und abgerissen wurde. An dessen Stelle entstand 2023 ein Haus, das dieselben Außen- und Öffnungsmaße wie der Vorgängerbau besitzt. Der Entwurf stammt von Degelo Architekten aus Basel.
Die Umgebung ist geprägt von typischen Fachwerkhäusern mit weißem Gefach und schiefen Balken. Obwohl der Bezug zur historischen Bauweise deutlich zu erkennen ist, hebt sich der Neubau mit einer Bruttogrundfläche von 210 Quadratmetern doch deutlich davon ab. Denn statt der üblichen diagonalen Streben kamen ausschließlich horizontale und vertikale Riegel sowie Ständer aus Eichenholz zum Einsatz. Auch die Gefache sind nicht wie gewöhnlich verputzt, sondern mit unbehandeltem Tannenholz ausgekleidet. Die in Elementbauweise errichtete Konstruktion wird durch eine innenliegende Dreischichtplatte ausgesteift.
So wie sein Vorgänger besteht der Neubau aus zwei Gebäudeteilen, die durch einen schmaleren Mittelbau verbunden sind. Jeder der drei Abschnitte ist jeweils mit einem Satteldach bedeckt, auf dem rote Schindeln liegen. Im Erdgeschoss befinden sich in beiden Teilen Wohnbereiche mit offener Küche und Zugang zum Garten. Der straßenseitige Bereich beherbergt zudem ein kleines Bad sowie eine U-Treppe, die zu den Obergeschossen führt. In der hinteren Zone führt wiederum eine einläufige Treppe zum Hauptschlafzimmer im ersten Stock, zu dem auch ein im Mittelbau gelegenes Badezimmer gehört. Im straßenseitigen Volumens sind hier zwei weitere Schlafzimmer sowie ein kleines Bad untergebracht. Da die Geschosshöhen der verschiedenen Gebäudebereiche variieren, gibt es dort außerdem ein zweites Obergeschoss unter dem Satteldach. Die Baukosten werden mit umgerechnet rund 1,9 Millionen Euro angegeben. (gk)
Fotos: Barbara Bühler
Und den Bauherren und Planeren gleich Betrug hinsichtlich des Abrisses des Denkmals zu unterstellen ist schon ne starke Nummer
was soll das denn und so siehts auch aus.
Man kann ja gerne mal über die Frage sinnieren, wie ein Fachwerkhaus des 21 JH aussehen könnte, auf
das wäre ich im Leben nicht drauf gekommen...
Außer der Fachwerkstruktur und der Verortung auf dem Grundstück, hat der Neubau mit dem Bestand nichts gemeinsam.
Wo sind die prägenden, ortstypischen Details wie Klappläden und Fenstersprossen geblieben?
Die Haustür war zuvor ebenfalls Gestaltungselement. Auf mich wirkt es "unfertig" und ich frage mich, ob der Denkmalschutz bei der Genehmigung völlig außen vor war.
Und, wenn man aus dem Denkmalschutz entlassen wird, darf man dann auch die Fallrohre weglassen?
Für den Ort vermutlich eine vertane Chance.