Nächster Halt Amöbe
Europapavillon in Freiburg von J. Mayer H. und Partner
Entgegen geltender Meinung fahren die Freiburger nicht nur mit dem Fahrrad. Und so bewahrt die gut ausgebaute Radinfrastruktur die Universitätsstadt natürlich nicht vor der Instandhaltung eines funktionierenden Nahverkehrssystems. „Investitionen in neue Stadtbahnlinien sind immer auch Investitionen in die Entwicklung der städtischen Räume“, heißt es dazu auf der Webseite der 230.000-Einwohner-Stadt. Im Jahr 2015 wurde ein Wettbewerb zur Umgestaltung des in den 1970er Jahren angelegten Verkehrsknotenpunkts am ehemaligen „Kaiser-Wilhelm-Platz“ ausgeschrieben. Aufgrund seiner Dimension ist er eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte in Freiburg seit der Eröffnung der Fußgängerzone in den frühen 70er Jahren.
Am neu gestalteten und 2018 in Europaplatz umgetauften Ort ist nun ein Pavillon entstanden, der – ähnlich dem Zürcher Bellevue – Haltestellen für Busse und Trams mit Gastronomie und Aufenthaltsqualität kombiniert. Der Entwurf stammt vom Berliner Büro J. Mayer H. und Partner, Architekten. Für Einheimische und Gäste der Stadt soll er den nördlichen Eingang zur Freiburger Innenstadt markieren. Zusammen mit dem renovierten Siegesdenkmal, das als Zeugnis der Geschichte und als Mahnmal gegen Krieg und Nationalismus erneut vor der ehemaligen Karlskaserne aufgestellt und kontrovers diskutiert wurde, ist die Haltestelle mit der neuen angelegten Stadtbahnlinie Rotteckring Orientierungs- und Verkehrsknotenpunkt zugleich.
Die Haltestelle samt Gastronomie beherbergt im Untergeschoss Aufenthaltsräume für die Fahrer*innen der VAG sowie Technikräume für die Stromversorgung der Stadtbahnstrecken. In der ausgreifenden Überdachung ist auch eine Ladeeinrichtung für die Freiburger Elektrobusse untergebracht. Der ehemals vielbefahrene Innenstadtring wurde als städtischer Raum zurückgewonnen. Der Pavillon wird ob seiner Lage am Platz zum Treffpunkt an der Schnittstelle von öffentlichem Verkehr und städtischem Verweilen. (tl)
Fotos: David Franck
....oder wer auch immer.....
Danke für den erfrischenden Beitrag zur Baukultur im ansonsten immer langweiliger werdenden Deutschland.
und ebenso Dank an die Stadt Freiburg.
mit DEM geschwurbel sollten Sie bei der Arch+ oder so anheuern....
gegen die sonne schützt es nicht, nass wird man auch.
also ist es kein dach.
und furchtbar aussehen tut es auch noch!
der Vertikalraum ist in seiner Gerichtetheit zum All elementarer, während die Hauskörper uns näher sind.
etwa als Nahraum im Großraum, als Spinnenwebe mit ausgerundeten Ecken der den Blick in Fenster teilt. Raum im Raum. Das ist Mayer und geht auch noch räumlicher, aufregender, als großplastisches Spiel.
die amorphe Oberfläche ist natürlich auf Dauer ein technisches Problem, von dem uns Mayer bestimmt erzählen kann.
in einem asiatischen Garten würde diese Linie auch noch Anschluss an die umgebende Bebauung suchen als Geste.