Erholung im Beamtengarten
Finanzamt in München von Bär, Stadelmann, Stöcker
Das Münchner Finanzamt ist bereits das größte Finanzamt Deutschlands. Und bald wird es räumlich gesehen eines der größten Europas sein, denn nun werden die an sechs verschiedenen Stellen in der Innenstadt verteilten Abteilungen Schritt für Schritt auf einem zentral gelegenen Steuercampus mit 68.ooo Quadratmetern Nutzfläche zusammengeführt. In unmittelbarer Nähe von Hauptbahnhof und Arnulfpark, auf dem Areal zwischen Deroy-, Mars- und Arnulfstraße, ist für das in sechs Bauabschnitten geplante Großprojekt, dessen komplette Fertigstellung nicht vor dem Jahr 2030 erwartet wird, ein fünf Hektar großes Gelände vorgesehen. Der hier befindliche Bestand – größtenteils aus den Sechzigerjahren stammende Bürogebäude und ein erst 2003 eröffnetes Servicezentrum – soll abgerissen werden.
Die Idee, die über das Stadtgebiet verteilten Finanzämter zu bündeln, geht auf das Jahr 2007 zurück. Damals lobte der Freistaat Bayern den Realisierungswettbewerb zur „Konzentration der Steuerverwaltung auf dem Areal an der Deroystraße in München“ aus. Der Siegerentwurf von Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten und Stadtplaner (Nürnberg) sieht ein Ensemble aus sechs Neubauten vor, welche die bestehenden Bürohäuser sukzessive ersetzen sollen. Nun ist Bauabschnitt 1 abgeschlossen und das erste sechsgeschossige Gebäude konnte bezogen werden. Wie Hans-Hubert Szymanski, Chef des Finanzamts München, betonte, füge sich der Massivbau trotz seiner monolithischen Erscheinung mit den „warmen Farbtönen an der Fassade“ selbstbewusst in die Umgebung ein – statt als abweisender Behördenkoloss aufzutreten.
So wie die anderen fünf Neubauten, die hier etappenweise entstehen werden, ist auch der jetzt fertiggestellte Baukörper ringförmig organisiert und umfasst einen begrünten Innenhof. Die Erschließung erfolgt über eine zentrale Treppe mit großzügigem Luftraum, die Materialpalette reicht hier von Sichtbeton über Holz bis Bronze. Außen ist der im Passivhausstandard errichtete Bau durch eine klassische Lochfassade charakterisiert. Die ist als zweischalige Konstruktion mit Klinkervorhangfassade, Aluminium-Holz-Fenstern und außenliegendem Sonnenschutz ausgeführt.
Im neuen Verwaltungsbau mit 15.000 Quadratmetern Nutzfläche und Abmessungen von circa 75 auf 50 Meter haben nun 830 Finanzamtsmitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Bei der feierlichen Eröffnung hob Finanz- und Heimatminister Albert Führacker (CSU) hervor, dass das Projekt für ihn ein „großer Schritt in die Zukunft“ sei. Die öffentlich zugänglichen Grünflächen sollen übrigens auch der Nachbarschaft zur Verfügung stehen, denn, so der Minister, „Wo kann man sich besser erholen als in der Nähe eines Finanzamts?“. (mg)
Fotos: Rolf Sturm, Ziegelei Hebrok
Aber: Es bleibt ein riesiges, und in der Fläche ungegliedertes Volumen. Hier ist wohl wieder ein Gebäude entstanden, dessen Fassade von Architekten gelobt und von Anwohnern, Passanten ect. gehasst wird. Die ewigen Wiederholungen der immer gleichen Fenster sorgt doch beim "normalen" Betrachter für Unbehagen, da das Auge keinen Halt findet.
Eine Zonierung in Sockel, Mittelzone, Dachzone, sowie eine gewisse horizontale Hierarchisiernung hätte geholfen.
beim Betrachten der Fotos ist mir nicht aufgefallen, dass es besonders dunkel in den Räumen und Fluren des Gebäudes ist.
Auch ist mir noch nicht aufgefallen, dass man den Sonnenuntergang am schönsten durch Fensterbänder erlebt.
Einen sehr schönen Sonnenuntergang habe ich zum Beispiel mal durch das Bullauge eine Bootes erlebt. Kaum zu glauben, aber wahr.