Volkswohl-Bund
Hochhaus in Dortmund fertig
Als am 17. Februar 2008 der Vorgängerbau, ein Büroturm von Harald Deilmann aus dem Jahr 1973, mit großem Spektakel gesprengt wurde, gab es die Pläne für den Nachfolger schon: 2007 gewann das Büro nps Tchoban Voss den entsprechenden Wettbewerb. Nun ist das neue Verwaltungsgebäude für den Volkswohl-Bund am Dortmunder Südwall fertig. Bis zum Jahresende sollen alle Mitarbeiter in den Neubau umgezogen sein.
Das 17-geschossige Hochhaus soll ein selbstbewusstes Zeichen setzen. Die an der Höhe der Nachbarhäuser orientierte Sockelbebauung folgt der Baugrenze des Blockrandes, lässt jedoch an der Blockecke einen Vorplatz frei, an dem sich das Hochhaus in Szene setzen kann. Die aus dünnen Pfeilern und Stegen gebildete Fassade zieht sich gleichförmig über alle Oberflächen des gesamten Ensembles hinweg, um die Gleichheit aller Räume zum Ausdruck zu bringen, die im Regelfall im ganzen Haus als Bürozellen organisiert sind.
Das Hochhaus ist im Grundriss aus zwei L-Formen zusammengesetzt, deren kurze Schenkel jeweils auskragen und so dem hohen Baukörper etwas an Massivität nehmen. Viel Wert legten die Architekten auf die Öffnung des Gebäudes gegen den öffentlichen Raum. Der Bodenbelag des Vorplatzes fließt in die Lobby und weiter bis in den Innenhof. Patio und Blockinnenbereich wiederum sind als miteinander durch die Gestaltung und durch Wasserspiele verbundene Gartenanlage entworfen.
Für diese Art der Fassade ein gelungenes Konzept, es hat den Wettbewerb gewonnen an dem auch Ortsansässige Büros gewinnen hätten können.
Mir persönlich gefallen geschwungene Linien besser, hier sollten Sie nun mal markant sein, ok.
Die Verbindung vom öffentlichen Raum bis in den Innenhof finde ich da schon sehr gelungen.
"Der Weg ist das Ziel" mag zwar für den Projektsteuerer gelten - aber das Ergebnis wirkt für die nächsten Jahrzehnte, insofern ist die "vermeintliche" (da scheint durch welch Geistes Kind da spricht) Architektur doch das Wesentliche.
Ich akzeptiere zwar"zähneknirschend", dass mangelnde Fähigkeiten in Kosten- und Terminplanung eines Großteils unserer Zunft und Sicherheitsbedürfnisse auf Bauherrenseite, uns bei Großprojekten die "Projektsteuerer" eingebrockt hat. Der Schwanz sollte aber nicht mit dem Hund wackeln ;O)
Auch will ich nicht alle Projektsteuerer in einen Topf werfen. Da gibt es Gute,,mit Architekten und Ingenieuren besetze, die auch noch das entstehende Gebäude im Blick haben, und Schlechtere, die ausschließlich betriebswirtschaftlich denken.
Fachlich versierter Erfüllungsgehilfe und Berater des Bauherren ist aber die Aufgabe von beiden.
bin zwar sonst kein tchoban-fan, aber das hier ist ein gutes stück, bei dem auch der städtebau auf den plänen stimmig scheint.
nur beim holzbau stimme ich zu gehört der wirklich zum selben Neubau? wenn ja: was zur hölle soll das?
Die Scheibe ist viel zu niedrig, die Proportionen eine Zumutung, die Fassade kreuzlangweilig. Was waren das noch für Entwürfe aus den Anfangstagen dieses Büros!
Ganz besonders ärgerlich wird das Ganze, wenn verschiedene Materialisierungen aufeinander treffen. Die lächerliche Glasbrücke etwa (man achte z.B. auf den oberen Anschluss) und ganz besonders das hölzerne Stabwerk des niedrigeren Traktes, welches nun wirklich gar nicht mit dem Rest zusammengeht. Man hört schön den Presstext im Auge: hier wurde richtig nachhaltige Architektur geschaffen.