Farbtopf im Regal
Kita in Hamburg von kadawittfeld
Mit nur zwei Geschossen, einem kompakten rechteckigen Baukörper und der Farbgestaltung ist die neue Kita von kadawittfeldarchitektur im Hamburger Eimsbüttel selbst ein riesiger Spielkasten. Unweit des innerstädtischen Geländes der Beiersdorf AG gelegen, zollt das „Troplo Kids“ dem einstigen, zukunftsgewandten Unternehmensleiter Oscar Troplowitz Tribut: Bereits 1898 richtete er eine „Stillstube für Mütter“ ein, „um ihnen den beruflichen Wiedereinstieg zu erleichtern“, so das Unternehmen.
Der Stahlbetonmassivbau unter einem begrünten Flachdach wirkt mit seinen 1.400 Quadratmetern Größe weder klobig noch langweilig. Dafür sorgt das Form- und Farbkonzept der Fassade, die von den Architekten wie eine Regalstruktur angelegt wurde. Vor eine durchgehende Glasfront stellten sie ein in unterschiedliche Größen gegliedertes, schwarzes Rahmenwerk. In einige der Einfassungen sind nochmals farbige Rahmen eingesetzt – als ein zusätzlicher „gestaltprägender Imageträger“ für die Kinder, berichten die Architekten. Etwas überraschend kommt die gestaltgebende Idee für die Fassade daher: „Inspiriert von der Historie der Beiersdorf AG, leitet sich das Erscheinungsbild der Kita Beiersdorf im abstrakten Sinne von der Funktionsweise eines Apothekenschrankes ab“.
Das Farbspiel treiben die Architekten gekonnt im Inneren des Baus weiter. Diverse Spielgeräte - Podeste, Boxen, Kletterobjekte - heben sich fröhlich vom sonst schlicht-hellen Innenraum ab. Passend dazu ist die Haupttreppe in einem satten Grün gestaltet. Sie verbindet das Erdgeschoss samt Kinderkrippe, Hauswirtschaftsräumen und dem großen Mehrzweckraum mit dem Obergeschoss, in dem sich weitere Krippenräume sowie ein Speiseraum, Atelier, Vorschulraum, Besprechungs- und Pausenraum befinden.
Draußen im Garten, inmitten unterschiedlicher Kletter- und Spielelemente, gibt es für die Kids auch Kunst! Eine Installation namens „Dosentelefon“ des Künstlers Fabian Wendling. (pg)
Fotos: Werner Huthmacher
Kita-Beispiele aus Antwerpen, Peking und Zürich in der
Baunetzwoche#331 „Ich bin eine Kita“
Eine vertane Chance!
Man hätte die Ecke betonen können, einen ruhigen Hof schaffen können, eine Beziehung zu den Nachbarn aufbauen können.
Leider alles Fehlanzeige.
Und zur Fassade: Die NIVEA-Kinder haben genug Gebäudereiniger auf dem Gelände, damit das Ding auch in 5 Jahren noch keine Hautprobleme hat...
und von wegen tiefe fassade - dann könnte man ja le corbusiers unités komplett vergessen. und stehen doch auch gar nicht so schlecht da, nach jahrzehnten. und selbst wenn es irgendwann taubenschutz braucht - was macht's?
Freue dich! Nur schwarz und Grau wäre auch nicht so schön...