Elias und Yousef Anastas ausgezeichnet
Kunstpreise Berlin 2026 vergeben
Die palästinensischen Architekten Elias und Yousef Anastas aus Bethlehem und Paris erhalten den Kunstpreis Berlin 2026 in der Sparte Baukunst. Aufgewachsen in einer palästinensischen Architektenfamilie, studierten und arbeiteten sie in Frankreich und kehrten später nach Bethlehem zurück. Dort gründeten sie 2012 „Local Industries“, ein Kollektiv von Gestaltern und Produzenten für Möbelproduktion und 2016 die Forschungsplattform „SCALES“.
Mit ihrem Büro AAU Anastas haben sie öffentliche und kulturelle Gebäude geplant. Dazu gehören Gerichtsgebäude in Tulkarem (2015) und Hebron (2021), ein Galerieraum am Benediktinerkloster in Abu Ghosh (2019) und „The Wonder Cabinet“ in Bethlehem (2023). Für den Neubau des kulturellen Produktionsortes am Rand der Stadt erhielten sie 2025 den Aga Khan Award for Architecture. Aufgrund des Krieges im Nahen Osten können Elias und Yousef Anastas nicht nach Berlin reisen. Die mit ihnen ursprünglich für den 19. März geplante Veranstaltung in Berlin soll nachgeholt werden.
Auf der Preisverleihung heute Abend Mittwoch, den 18. März 2026 in der Akademie der Künste Berlin sind sie per Video zugeschaltet. Dann werden auch der Große Kunstpreis Berlin und weitere Kunstpreise der Sektionen der Akademie – Kunst, Baukunst, Musik, Literatur, Darstellende Kunst sowie Film- und Musikkunst – vergeben.
Der Große Kunstpreis Berlin 2026 geht an die US-amerikanische Komponistin, Vokalkünstlerin, Regisseurin und Choreografin Meredith Monk. Er würdige ein einzigartiges Lebenswerk, das sich durch besondere Durchdringung verschiedener Disziplinen und Wahrnehmungsformen sowie humorvolle, große Gestaltungskraft auszeichne, heißt es in der Presseerklärung. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.
Neben der Auszeichnung in der Sparte Baukunst gehen weitere mit je 5000 Euro dotierte Preise an die in der Ukraine geborene Künstlerin Daria Chernyshova (Bildende Kunst), die schwedische Sängerin, Komponistin und Vokalistin Sofia Jernberg (Musik), die deutsche Schriftstellerin Jayne-Ann Igel (Literatur), den österreichischen Künstler Matthias Jakisic (Darstellende Kunst) und an das Filmkunstkino FSK Kino Berlin (Film- und Medienkunst).
Der Kunstpreis Berlin wurde 1948 in Erinnerung an die März-Revolution von 1848 vom Berliner Senat gestiftet. Seit 1971 wird er von der Akademie der Künste im Auftrag des Landes Berlin verliehen. (fm)
Die Veranstaltung in der Akademie der Künste ist bereits ausgebucht.