Des Kaisers neue Kleider
LAVAs neue Haut für alte Häuser
Seit 2007 gibt es das Laboratory for Visionary Architecture, kurz: LAVA, mit Standorten in Stuttgart und Sydney. Die drei Partner – Alexander Rieck, Tobias Wallisser und Chris Bosse – waren zuvor an Projekten wie dem Watercube für die Olympischen Spiele in Peking oder dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart beteiligt. Nun folgen sie der bekannten Baumarkt-Werbung: Mach Dein Ding. Und das ist bei LAVA vor allem die Suche nach Verbindungen von neuen Raumkonzepten, neuen Technologien und neuen Medien. Ihr jüngst vorgestelltes Projekt könnte für ihre Architekturauffassung beispielhaft sein.
„Re-Skin. More with Less“ ist ein Vorschlag, wie „ineffiziente, alte Gebäude einfach und kostengünstig erneuert und verbessert werden können.“ Re-Skin ist ein transluzenter „Cocon“ aus einem leichten Textilgewebe, das wie ein Mantel ums Haus gelegt wird. Der Kern des alten Hauses kann vollständig erhalten bleiben, statt der alten Fassade wird eine leichte Stahlrahmenkonstruktion befestigt, über die das Gewebe gespannt wird. Diese Hülle erzeugt durch eingebaute Photovoltaikzellen selbst Energie, sammelt Regenwasser, erzeugt Konvektionswärme und soll auch die Verteilung von natürlichem Licht im Gebäudeinneren verbessern.
Die freien Formen, die durch das gespannte Textil ermöglicht werden, können dem Gebäude eine „neue, zeitgemäße Identität“ verleihen. Dazu tragen dann auch die im Gewebe eingebauten LED-Streifen bei, die „wie eine intelligente Medienoberfläche funktionieren und für dynamische Animationen und Informationsvermittlung genutzt werden können – so werden Prinzipien aus Architektur, Mode, Medien und Kommunikation effektiv miteinander zu einer neuen, hybriden Typologie verbunden. Mehr (Architektur) mit weniger (Material, Energie, Zeit)“. So schreiben es die Architekten.
Des Kaisers neue Kleider? LAVA hatten dieses Projekt zunächst selbst für „spekulativ“ gehalten, haben es aber nun am konkreten Beispiel des UTS Tower in Sydney durchgespielt, der vom Abriss bedroht ist. Re-Skin bietet nun eine wirtschaftlich vertretbare Alternative.
Mir ist klar, dass neue Büros Werbung machen müssen, keine Frage. Jedoch fand ich den Meldungstext in Teilen deshalb geschmacklos, weil eine Meldung dann eine Meldung ist, wenn es auch ein konkretes Bauvorhaben zu melden gibt, das gebaut wird oder zumindest gebaut werden soll. D.h. nicht alles ist eine Meldung, nur weil sich jemand gerade was ausgedacht hat. Sonst könnten wir ja alle mal unsere Skizzen schicken.
Und wer sich über den Verfasser genauer informieren will, findet ja alles online.
und was genau ist daran "made in germany", wenn ein international agierendes büro mit sitz in stuttgart und sydney (!) in sydney (!) einen projektvorschlag macht...? ach, hauptsache man kann so schöne label wie "made in germany" auf alles drauf kleben, wo auch nur ein deutscher urgroßvater vermutet wird....... ist auch wirklich hilfreich....