Häuser im Himmel
Luxus-Wohnturm von Herzog/de Meuron in Florida
Mit Hochhausplanungen haben sich Herzog & de Meuron bisher nicht übermäßig hervorgetan, nun bauen sie ein Luxus-Apartmenthaus in Florida. Jade Signature heißt der rund 60 Stockwerke hohe Wohnturm, der in Sunny Isles Beach entstehen soll.
Mit dem Slogan „Zeitgemäße Häuser im Himmel“ wirbt der Projektentwickler Fortune Internatioal Realty für die 192 Wohneinheiten mit ihren großzügigen Außenterrassen und Fensterfronten hin zum Meer und zum Landesinneren. Darunter sechs sogenannte „Sky Villas“ mit doppelter Raumhöhe und zwei Penthäusern mit 360-Grad-Rundumausblick und eigenem Terrassenpool.
Es sei ein „leiser Entwurf“, bei dem nicht die Form, sondern kleine Details die architektonische Identität verliehen, beschreibt Christine Binswanger, Partnerin im Schweizer Büro, den Turm. Rein optisch könnte er auch in Dubai, Katar oder Abu Dhabi stehen. Die überstehenden Deckenplatten und nach außen durchscheinenden Wände sollen der Fassade zu einer besonderen Textur verhelfen.
Die Innenräume werden von dem Pariser Büro PYR – Pierre-Yves Rochon gestaltet, das auf die Ausstattung von Luxushotelketten wie den Four Seasons oder Ritz-Carlton spezialisiert ist.
Eine etwas ungewöhnlichere Bauaufgabe hatten Herzog & de Meuron bereits 2011 in Florida verwirklicht: ein aus Beton gegossenes Parkhaus mit Minimall.
Anonymität insbesondere bezüglich der Profession ist in ihrem Fall angebracht.
Ihr Unverständnis hinsichtlich der Funktionsweise der Branche ist so offensichtlich... Ich schreibe mich in Rage.
Zum Gebäude - Die Qualität der Räume ist sicher beeindruckend - eine für Ottonormalverbraucher sicher Unerschwingliche Traumwelt. Das ist für mich gleichzeitig auch der Hauptkritikpunkt an diesem der Dachterasse und dem Glas untergeordneten Volumen, der nun mal etwas verkörpert was sich in den USA sicher in geradezu Symbolischer Art und Weise manifestiert hat.
In Deutschland sind Entwurfsverfasser Könige?
Verzeihung, aber das ist so abseits der Realität, dass ich diesen Beitrag nur als Ironie werten kann.
Wenn ernst gemeint, ist es schlicht Unfug.
HdM hat wahrlich sinnreichere Konzepte verfolgt.
Irgendwie erinnern solche Renderings auch an Szenarios, die Alan Weisman in "Die Welt ohne uns" beschrieben hat - an Prora und andere wahnwitzige Ruinen.
Ich mag mich irren, aber - ich habe zu viel am "Markt" und lokalen Bedürfnissen vorbei geplante Friedhöfe der Profitmaximierung in den letzten Jahren gesehen.
Architektur als den Ort "nachhaltig" und "zukunftstauglich" bespielende Kunst für Menschen sieht da irgendwie derzeit anders aus.
Drittes Großprojekt (HK, Melbourne, Florida) in Folge - welches nicht besonders überzeugt. Früher war Alles besser ;-)
weniger Köche - mehr Limits, die zu situationsbezogener Kreativität zwangen.
Allerdings frage ich mich ob der Bau in die Höhe an der Küste Floridas des Rätsels Lösung ist und insbesondere Kriterien wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in einem angemessenen Verhältnis stehen.