Schlagzeuger müssen in den Keller
Musikschule in Wimbledon von Hopkins Architects
Wimbledon – wer muss da nicht an Tennis denken? Im Londoner Stadtteil hat aber auch die King's College School ihren Sitz, eine unabhängige Ganztagsschule für Jungen von sieben bis 18 und Mädchen von 16 bis 18 Jahren. Laut Selbstdarstellung auf der Webseite ist sie eine der erfolgversprechendsten Schulen der Welt und wird von 1.400 Schülern besucht. In London hat das King's College mehrere Dependancen, Wimbledon ist eine davon. Tennisplätze gibt es selbstverständlich auch auf dem Campus.
Auf dem weitläufigen Schulgelände hat das Londoner Büro von Hopkins Architects eine Musikschule entworfen. Das Ensemble setzt sich aus drei individuellen Gebäudevolumen zusammen, die über ein L-förmiges Foyer miteinander verbunden sind. Das dreigeschossige Auditorium bietet 200 Sitzplätze und eine Bühne für bis zu 70 Musiker. Eine Etage darunter befinden sich die Klassenzimmer. Ein weiterer zweigeschossiger Bau beherbergt Übungsräume und Büros. An dessen Stirnseite ist zudem die Pforte für das Gelände und eine Hausmeisterwohnung angeordnet. Im großen Keller sind Sanitär- und Lagerräume sowie ein schallgedämmter Raum für elektronische Instrumente und Schlagzeuger untergebracht.
Alle Gebäudeteile werden über Oberlichter mit Tageslicht versorgt, im Auditorium sind darüber hinaus bodentiefe Fenster eingelassen, die Blickbezüge zu den anderen Gebäudeteile herstellen.
Eine Herausforderung für die Planer bestand vor allem darin, das neue Gebäudeensemble in das Gesamtareal mit seinen diversen historischen Bestandsgebäuden verschiedener Epochen einzufügen. Die Architekt*innen setzten auf eine unaufgeregt geometrische Formensprache sowie warme und erlesene Baumaterialien, darunter handgehauene Ziegelsteine für die Außenwände und ebenfalls handgefertigte Tonziegeln für die Eindeckung der Dächer. So zeigen sich die drei Gebäude wertig, zeitlos und obendrein durch die massiven Wände akustisch isoliert von den übrigen Schulbauten auf dem Gelände, für das Hopkins Architects einen Masterplan entwickelt hatten. Eine gewisse „Alleinstellung“ des Neubaus war demnach ohnehin erwünscht: „Ziel sollte es sein, dass sich die Musikschule wie ein Campus auf dem Campus anfühlt“, so Rektor Mike Taylor. (tl)
Fotos: Janie Airey
70ziger? Vielleicht steckt ja irgendwo in Deinen Pünktchen noch mehr Sachverstand, ich schaue gleich noch mal nach...
@4
joa, Farbigkeit, Materialität, die Abstimmung aufeinander kann auch anders gehen, z.B. auch die blaue Bestuhlung sieht auf den Bildern scheiße aus, das ist klar...
Vielmehr die Tiefe der Konsruktiven Ausarbeitung, Anmut und Wirkung wurden hier sehr leidenschaftlich und konsequent erarbeitet - müsste doch auffallen oder? Augenscheinlich sind die Geometrien simpel, doch gerade darin liegt doch die Kunst der konstruktiven Einbettung - eben auch bei mittelgroßen Kultureinrichtungen - oder habe ich einen Knick in Linse? Das gestaltete Ziegeldach ist einfach nur schön - Innovation mag das nicht sein, aber sehr gute und hingebungsvolle Arbeit; auch im Baunetz sieht man das nicht alle Tage...
Schlaft schön Ihr Lieben,
bis morgen.
Eure Tine.
klar, wenn das baunetz was veröffentlicht (was schon passiert ist) jederzeit. und ich finde das auch interessant!
Würden Sie sich der Kritik aussetzen?
ich finde die formensprache eher zwischen "einpassen in die umgebung mit den satteldächern", dem Material (ziegel u Biberschwanz) und der Baumasse aber dann doch ein "wir machens anders".
sehr unentschlossen.
und ich finde es zu "holzig" und auch die farbe des steines beisst sich mit dem holz, entweder kontrast oder passend muss es sein....