Nachschlagewerk für die Bauwende
Online-Plattform von Countdown 2030
Von den Macher*innen des Schweizer Abriss-Atlas kommt eine neue Online-Plattform für die Bauwende: Unter bauwende.tools versammelt das Team von Countdown 2030 ab sofort hilfreiche Werkzeuge für die Branche. Damit will der Basler Verein, der sich seit 2019 für Klimagerechtigkeit einsetzt, Orientierung im Regelwerk-, Produkt- und Bilanzierungsdschungel bieten – und das grenzüberschreitend.
Ein kurzer Blick auf die Website reicht, um zu begreifen: Es gibt bereits genügend Anwendungen und Hilfestellungen, um nachhaltiges Bauen umzusetzen. Dabei sind auf der Plattform längst nicht alle existierenden versammelt – aber allemal ausreichend für einen Anfang. Sowieso soll auch dieses Projekt von Countdown 2030 wieder auf Crowdsourcing basieren. Wie bei ihrem Abriss-Atlas Schweiz, der als Vorbild der deutschen Version diente, sind Nutzer*innen ausdrücklich dazu eingeladen, weitere Werkzeuge oder neue Ideen zu teilen.
Die von Leon Faust inhaltlich konzipierte und von Bosco Ferreira gestalterisch und technisch umgesetzte Website ist einfach strukturiert. Die Bauwende-Werkzeuge lassen sich in drei Formaten ausspielen. Unter dem Reiter „Entdecken“ sind sie nach Themen sortiert – von weiter gefassten Feldern wie der Baukultur über Biodiversität hin zu spezifischeren Kategorien wie Ökobilanzierung oder Materialien. Unter „Suchen“ wiederum findet man sie nach Anwendungsart gelistet, etwa Karten, Rechner oder Ratgeber. Aber besonders interessant für die Praxis dürfte die dritte Sortierung im Bereich „Planen“ sein, wo Faust und Ferreira die Tools diagrammatisch in die typischen Projektphasen des Bauens einordnen – von der Grundlagenermittlung über Ausschreibung bis zur Realisierung und Bewirtschaftung.
Wie wichtig eine Plattform wie bauwende.tools sein kann, zeigt sich auch an einer Einschränkung, die sie zumindest aktuell beinhaltet. So erlaubt der jederzeit mitlaufende Filter, den Geltungsbereich einzugrenzen. Die meisten der hier versammelten Werkzeuge sind demnach in der Schweiz anwendbar, für Deutschland hingegen erweist sich die Auswahl recht mau. Umso dringender, dass Nutzer*innen sie nachtragen. Denn natürlich existieren sie auch hierzulande. Ihrer Sichtbarkeit hilft ein solches von (menschlichen) Expert*innen kuratiertes Nachschlagewerk aber unbedingt. (mh)
Wer Vorschläge für weitere Werkzeuge hat oder bei der fachlichen Einschätzung der Anwendungen im deutschen Kontext unterstützen will, kann sich beim Verein melden: now@countdown2030.ch.
Hier geht es zur Website bauwende.tools.