Beton in der Backsteinhülle
Scheunenumbau in Flandern
Bei Umbau oder Renovierung alter Backsteinbauten sind salzbelastete Wände keine Seltenheit. Vor allem, wenn es sich um ehemalige Stallgebäude handelt, bei denen über Dekaden die Gülle von Kuh oder Schwein verschiedene Chemikalien ins Mauerwerk treibt. Vom „versalzenen“ Mauerwerk einer kleinen Scheune im belgischen Flandern wollten sich Studio Farris Architects (Antwerpen) jedoch nicht allzu sehr ablenken lassen und haben für ihren Umbau ein Haus-im-Haus-Konzept entwickelt.
Das neue innere Volumen, das sich der Form der alten Scheune anpasst, verhindert nicht nur den Kontakt mit den in Boden oder Wänden vorhandenen Säuren, sondern optimiert auch den Energieverbrauch des Hauses. Die innere Schutzhülle ist aus Beton, und erinnert damit an die Arbeiten von Peter Haimerl, der in seinen Projekten Birg mich Cilli oder Schusterbauernhaus ebenfalls Kuben aus Sichtbeton in alte Bauernhäuser einfügte. Trotz aller Haus-in-Haus-Gedanken sanierte das Büro, das 2008 vom Italiener Guiseppe Farris gegründet wurde und 2014 mit einem 80 Meter hohen Wohnhochhaus in Antwerpen Erfolge feierte, die Bestandsfassade und fügte zusätzliche Öffnungen in die pittoreske Backsteinhülle ein.
Um nicht zu sehr in die Innenraumwirkung des 100 Quadratmeter umfassenden Gebäudes einzugreifen, entwarfen die Architekten ein raumgreifendes Möbel aus Holzbalken. Auf verschiedenste Weisen zusammengefügt, schaffen sie neben einer zweiten Ebene kleine Nischen mit unterschiedlichen Funktionen: Leseecke, Bibliothek, Arbeitsplatz und Lagerbereich bietet die hölzerne Raumstruktur und von jeder Ecke einen Blick in die weite Landschaft. (lr)
Fotos: Koen van Damme
Hoffentlich haben Studio Farris Architects (Antwerpen) nicht vergessen zu erwähnen, woher die idee stammt, denn besonders schwer scheinen sie sich mit dem Entwerfen des hölzernen Möbels ja nicht getan zu haben
siehe > fujimoto-wooden-house.jpg
Der entstandene Innenraum mit dieser Skulptur, die einfach nur unfunktional aufgrund der enormen Holzquerschnitte wirkt, erinnert an einen Abklatsch von Fujimoto und ist räumlich nicht überzeugend, - umso wichtiger, dass wenn der Umgang mit der Hülle technisch besonders schlau sein soll, mehr INHALTLICHES zum Wandaufbau, einen Detailschnitt, ect. zu bringen. Die Beiträge hier sollten insbesondere interessant bleiben aufgrund der redaktionellen Texte, nicht anhand der reinen Bildshow. Danke!
Ich sehe hier überhaupt keinen Konflikt zwischen Gestaltung und ENEV, sondern vielmehr ein gelungenes Miteinander.