Gerichtsgebäude in Shenzhen
Schneider+Schumacher gewinnen Wettbewerb
Gerade mal 15 Quadratkilometer beträgt die Fläche von Qianhai, doch als neue Sonderwirtschaftszone von Shenzhen könnte der bis 2020 entstehende Stadtteil einen wesentlichen Beitrag zur Liberalisierung der chinesischen Wirtschaft leisten. Ähnlich wie im nahen Hongkong soll hier der Yuan frei gehandelt werden, und wenn es nach den Machern geht, verwandeln sich die Geldströme schon bald in Hochhaustürme.
Eine wesentliche Grundlage hierfür ist die rechtliche Sicherheit der ökonomischen Transaktionen, weshalb dem geplanten Gerichtsgebäude städtebaulich und architektonisch eine besondere Rolle zukommen soll. Ein internationaler Wettbewerb wurde ausgeschrieben, den schneider+schumacher (Frankfurt am Main) für sich entscheiden konnten. Neben Verhandlungsräumen und Büros wird der Neubau auch über ein Café und ein Museum verfügen.
Mit dem Entwurf wird die Waage der Justitia in eine zeitgenössische Form übersetzt: Auf einem 14 Meter hohen Sockel balanciert ein sechsgeschossiger Riegel mit markanter Fassade. Im unteren Teil sind die öffentlichen Funktionen untergebracht, im oberen Teil residiert die Verwaltung. Die Lage in einem Wasserbassin impliziert dabei die Erhabenheit des Rechts, während der verglaste Sockel, der tiefe Einblicke ins Innere zulässt, für Nahbarkeit und Transparenz steht. (sb)
natürlich muss auch ein architekt für das, was er baut gradestehen, auch in politischer hinsicht. wenn das nicht so wäre, warum haben wir dann überhaupt noch debatten über nazi-gebäude? die wären ja am ende nur ein haufen steine, sind sie aber nicht.
und für eine polititsche abteilung in china was zu bauen, ist in der tat angesichts der politik dort zumindest nur was für leute mit wenig skrupel, die jung sind und das geld brauchen.
Das Ding als Interpretation der Waage der Justitia zu erkennen, geschweigedenn als zeitgenössische Übersetzung zu akzeptieren, dazu fehlt mir wirklich der Gutmut.