Split-Level mit Satteldach
Schweizer Wohnhäuser von Dolmus
Im letzten Sommer feierte man mit einer schwimmenden Seerose auf dem Vierwaldstättersee zweihundert Jahre Gastfreundschaft in der Zentralschweiz. Mit einem Durchmesser von 48 Metern und 16 Metern Höhe bleibt das magentafarbene Werk der Luzerner Dolmus Architekten im Gedächtnis. Cédric von Däniken und Gani Turunc hatten mit ihrem Entwurf für die Veranstaltungsplattform den Wettbewerb gewonnen und schafften es, die Animation in einen realen Publikumsmagneten zu verwandeln.
Im Gegensatz zur auffälligen Form und Farbe der Seerose stehen die neuen Wohnhäuser von Dolmus Architekten in Erlinsbach bei Aarau. Mit Satteldach und grauem Putz bleiben sie unauffällig zwischen ihren Nachbarn. Im Inneren betont das monolithische Weiß die Raumkomposition. Zum Holzparkett gibt es keine Fußleisten. Scheinbar einfache Details verraten, dass hier Profis am Werk waren, denn Wände und Decken, die sich sauber verschneiden, um Türöffnungen zu bilden, sind oft nicht leicht umzusetzen.
Die quadratischen Grundrisse der beiden Häuser sind bis auf das Carport und die Dachausrichtung identisch. Auf der straßenabgewandten Seite ist jeweils der Terassenbereich aus dem Volumen ausgeschnitten. Durch die Anordnung auf Split-Levels um eine zentrale Treppe konnten die Architekten „alle öffentlichen Bereiche räumlich und visuell miteinander verbinden“. Mit zweigeschossigem Eingangsbereich und geschickter Platzierung der Öffnungen wird jedes der Häuser zu einer Skulptur, einer Art Skelett, das sicher bald von den persönlichen Gegenständen der Bewohner belebt wird. (dd)
Fotos: Aynur Turunc
fast jeder macht was er kann - weil man es schon immer so gemacht hat.
viel spaß dabei!
die patina einer wand, die altern darf, muss man mögen. sie machen es offensichtlich nicht.
ihr einwand, sockelleisten sind seit hunderten jahren eingesetzt um schmutz von wand und weisser farbe fernhalten, ist nicht vollkommen korrekt. raumerlebnisse entstehen nicht durch staubsauger & wischmob genormte detailausbildungen der sockelzone, vielleicht in höhe von 6cm und gebördelt?
die regenrinnen/ sockelleisten diskussion ist recht amüsant und errinnert vielmehr an die banalität der dinge. raumerlebnisse, exaktheit und detailausbildung sind fähigkeiten, die wir im idealfall an die bauherrschaft vermitteln. nicht normenkenntnisse und pragmatische lösungsansätze, dies ist minimalkonsens und grundvoraussetzung, bedeutet jedoch dies ist maximal der anfang von architektur denken.
dafür muss niemand unsere arbeit in anspruch nehmen, vielmehr kann man in dem fall einfach selbst in den katalog schauen bzw. den baumarkt fahren.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Sie solche Planungsfehler überhaupt finden werden, denn unter Architekten hat sich dieser praxisferne Design-Humbug zum Glück nie durchgesetzt.
In Ihrem sockelleistenfreien Eigenheim steht es Ihnen selbstverständlich frei, jedes Jahr die Wände frisch zu weißeln... ;-)
im übrigen werden sockelleisten seit 'jahrhunderten' dort eingebaut, wo holzböden quellen und schwinden und ein direkter wandanschluß nicht möglich ist. abgesehen von der handwerklichen exakten ausführung.
wie es auf den fotos aussieht, schlüpft der boden unter die wand. das ist zwar ein riesen aufwand, geht aber.
(vielleich sollte man sich beim putzen einfach etwas zusammenreisen und nicht wild 'rumfuchteln'!