Pritzker-Preis 2026
Smiljan Radić Clarke ausgezeichnet
Pritzker-Preis 2026
Smiljan Radić Clarke ausgezeichnet
Der Pritzker-Preis 2026 geht an Smiljan Radić Clarke. Die Bekanntgabe erfolgt nur wenige Wochen nachdem bekannt wurde, dass Thomas Pritzker im engen Austausch mit Sexualstraftäter Jeffrey Epstein stand.
Der Pritzker-Preis 2026 geht an Smiljan Radić Clarke. Das gab die Hyatt Foundation, die hinter dem Preis steht, gestern Mittag bekannt. Die Wahl des 60 Jahre alten Chilenen ist ähnlich überraschend wie die Juryentscheidung im letzten Jahr, als der chinesische Architekt Liu Jiakun ausgezeichnet wurde. Wie 2025 saßen auch dieses Jahr wieder die früheren Preisträger*innen Alejandro Aravena (2016), Kazuyo Sejima (2010) und Anne Lacaton (2021) im neunköpfigen Preisgericht. Radićs Landsmann Aravena hatte dieses Jahr den Vorsitz inne.
Radić (dessen familiäre Wurzeln väterlicherseits nach Kroatien und mütterlicherseits nach Großbritannien weisen) führt ein kleines Büro in seiner Heimatstadt Santiago de Chile. Er verweigert sich einer wiedererkennbaren formalen Handschrift, sondern verfolgt einen situativen und experimentellen Ansatz voller überraschender und oftmals rauer Poesie. Allein eine gewisse Vorliebe für Felsen lässt sich konstatieren, doch genauso selbstverständlich wie Radić Findlinge als metaphorisch lesbare Objekte einsetzt, arbeitet er mit leichten, aufblasbaren Membranen, einem knallbunten Zirkuszelt oder Hüllen aus Glasfaser. Sein aufregender Serpentine Pavilion 2014 in London steht idealtypisch für seinen entwerferischen Ansatz.
Radić (dessen familiäre Wurzeln väterlicherseits nach Kroatien und mütterlicherseits nach Großbritannien weisen) führt ein kleines Büro in seiner Heimatstadt Santiago de Chile. Er verweigert sich einer wiedererkennbaren formalen Handschrift, sondern verfolgt einen situativen und experimentellen Ansatz voller überraschender und oftmals rauer Poesie. Allein eine gewisse Vorliebe für Felsen lässt sich konstatieren, doch genauso selbstverständlich wie Radić Findlinge als metaphorisch lesbare Objekte einsetzt, arbeitet er mit leichten, aufblasbaren Membranen, einem knallbunten Zirkuszelt oder Hüllen aus Glasfaser. Sein aufregender Serpentine Pavilion 2014 in London steht idealtypisch für seinen entwerferischen Ansatz.
Über seine Arbeit auf den unterschiedlichsten Maßstabsebenen sagt er: „Architektur bewegt sich zwischen großen, massiven und beständigen Formen – Bauwerken, die seit Jahrhunderten unter der Sonne stehen und auf unseren Besuch warten – und kleineren, zerbrechlichen Konstruktionen – flüchtig wie das Leben einer Fliege, oft ohne klares Schicksal unter normalen Gesichtspunkten. In diesem Spannungsfeld unterschiedlicher Zeitdimensionen streben wir danach, Erlebnisse zu schaffen, die emotionale Präsenz vermitteln und die Menschen dazu anregen, innezuhalten und eine Welt neu zu betrachten, die so oft gleichgültig an ihnen vorbeizieht.“
Trotz der Umstände
Eigentlich hätte der diesjährige Preisträger bereits am 2. März bekannt gegeben werden sollen. Doch nachdem dem Repräsentanten des Preises Thomas Pritzker (dessen Eltern die Auszeichnung Ende der 1970er Jahre stifteten), enge Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nachgewiesen worden waren, entschieden die Verantwortlichen, die Bekanntgabe zu verschieben. Das Innehalten währte nicht lange, von einer Neupositionierung oder einem Aussetzen des Preises – wie es einige kritische Stimmen gefordert hatten – ganz zu schweigen.
Die überraschende Bekanntgabe keine zwei Wochen nach dem eigentlichen Termin darf man sicherlich als Flucht nach vorne interpretieren. Die Wahl der Jury auf Radić dürfte freilich schon vor einiger Zeit gefallen sein. Die Auszeichnung seiner poetischen, in genuin architektonischen Themen verwurzelten Entwurfshaltung sollte man also nicht als strategische Positionierung begreifen, die in direktem Kausalzusammenhang mit den handfesten Vorwürfen stünde und sich in das vermeintlich sichere Feld unpolitischer Ästhetik zurückzöge.
Knapp 30 Seiten lang ist die offizielle Pressemitteilung der Organisator*innen. Dass sie sich in diesem Dokument nicht ausführlich zum aktuellen Skandal um Thomas Pritzker äußern, wäre noch nachvollziehbar. Dass das Dokument die aktuelle Situation aber in keinster Weise adressiert, sondern stur business as usual zelebriert, auf die eigene Relevanz als Nobelpreis der Architektur mit üppigen 100.000 Dollar Preisgeld pocht und alle offensichtlichen Fragen komplett unbeantwortet lässt, überrascht auf sehr unangenehme Art und Weise.
Zwar hat Thomas Pritzker seinen Posten als Verwaltungsratschef der Hotelkette Hyatt aufgegeben, doch seine Rolle im Zusammenhang mit dem Preis bleibt unklar. Die Verantwortlichen nutzten den Moment maximaler Aufmerksamkeit jedenfalls nicht, um transparent zu kommunizieren oder ihre Haltung zu klären. CNN vermeldete zu diesem essenziellen Punkt gestern nur knapp, dass die Organisatoren des Preises erklärt hätten, dass Pritzker sich nun auch „aus Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Preis zurückziehen“ werde, um sicherzustellen, dass dieser „weiterhin auf architektonische Exzellenz ausgerichtet bleibt“. Auch das klingt eher nach Flucht als nach einer ernsthaften Selbstbefragung, die dem Pritzker-Preis und seinem männlich dominierten Geniekult schon länger guttun würde.
Indessen erklärte Radić gegenüber CNN, dass die Zusammensetzung der Jury die Integrität des Preises garantiere: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Architektur eine positive Handlung ist, und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Pritzker-Preis trotz der Umstände Teil dieser positiven Handlung bleibt.“
Eigentlich hätte der diesjährige Preisträger bereits am 2. März bekannt gegeben werden sollen. Doch nachdem dem Repräsentanten des Preises Thomas Pritzker (dessen Eltern die Auszeichnung Ende der 1970er Jahre stifteten), enge Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nachgewiesen worden waren, entschieden die Verantwortlichen, die Bekanntgabe zu verschieben. Das Innehalten währte nicht lange, von einer Neupositionierung oder einem Aussetzen des Preises – wie es einige kritische Stimmen gefordert hatten – ganz zu schweigen.
Die überraschende Bekanntgabe keine zwei Wochen nach dem eigentlichen Termin darf man sicherlich als Flucht nach vorne interpretieren. Die Wahl der Jury auf Radić dürfte freilich schon vor einiger Zeit gefallen sein. Die Auszeichnung seiner poetischen, in genuin architektonischen Themen verwurzelten Entwurfshaltung sollte man also nicht als strategische Positionierung begreifen, die in direktem Kausalzusammenhang mit den handfesten Vorwürfen stünde und sich in das vermeintlich sichere Feld unpolitischer Ästhetik zurückzöge.
Knapp 30 Seiten lang ist die offizielle Pressemitteilung der Organisator*innen. Dass sie sich in diesem Dokument nicht ausführlich zum aktuellen Skandal um Thomas Pritzker äußern, wäre noch nachvollziehbar. Dass das Dokument die aktuelle Situation aber in keinster Weise adressiert, sondern stur business as usual zelebriert, auf die eigene Relevanz als Nobelpreis der Architektur mit üppigen 100.000 Dollar Preisgeld pocht und alle offensichtlichen Fragen komplett unbeantwortet lässt, überrascht auf sehr unangenehme Art und Weise.
Zwar hat Thomas Pritzker seinen Posten als Verwaltungsratschef der Hotelkette Hyatt aufgegeben, doch seine Rolle im Zusammenhang mit dem Preis bleibt unklar. Die Verantwortlichen nutzten den Moment maximaler Aufmerksamkeit jedenfalls nicht, um transparent zu kommunizieren oder ihre Haltung zu klären. CNN vermeldete zu diesem essenziellen Punkt gestern nur knapp, dass die Organisatoren des Preises erklärt hätten, dass Pritzker sich nun auch „aus Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem Preis zurückziehen“ werde, um sicherzustellen, dass dieser „weiterhin auf architektonische Exzellenz ausgerichtet bleibt“. Auch das klingt eher nach Flucht als nach einer ernsthaften Selbstbefragung, die dem Pritzker-Preis und seinem männlich dominierten Geniekult schon länger guttun würde.
Indessen erklärte Radić gegenüber CNN, dass die Zusammensetzung der Jury die Integrität des Preises garantiere: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Architektur eine positive Handlung ist, und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Pritzker-Preis trotz der Umstände Teil dieser positiven Handlung bleibt.“





diese preise sind immer etwas , um ein bischen kultur zu zeigen (statt nem eigenen museum zb) und dass man den mammon nicht nur für sich selbst verprasst. und es sind halt stiftungen wo man gar nicht weiss ob der tom den preisträger überhaupt kennt oder toll findet, dafür gibt es ja die gut bezahlten beiräte.
und jetzt so tun als wäre das geld schmutzig ist sehr doppelzüngig.
bei purdue hat zB jeder jahrzehntelang gewusst was sie für schweinereien gemacht haben, die unis haben das geld gerne genommen. jetzt schilder abgehöngt und woanders betteln gehen, vielleicht beim nächsten in der reihe der ausgestossenen.