Archaik in Putz und Basalt
Stadthaus von Max Dudler bei Zürich
Mittlerweile gibt es viele Dudler’sche Rasterfassaden: die feingliedrige, die gespreizte, die regelmäßige oder die unregelmäßige, die aus Muschelkalk, aus Backstein oder Sichtbeton. Das Raster des Limmathofs im schweizerischen Dietikon lässt sich als archaisch beschreiben. Kräftig ausgeformte Träger betonen die Tektonik des neuesten Baus von Max Dudler (Zürich, Berlin, Frankfurt/Main). Flach angeschrägte Laibungen verbinden die Pfeiler mit den eingesunkenen Fenstern. Als Sockel hervorgehoben ist das Erdgeschoss mit seiner Verkleidung aus dunklem Basaltgestein. Die oberen Etagen sind mit einem grobkörnigen anthrazitfarbenen Putz versehen.
Die altertümliche Erscheinung dieses Baus entwickelt sich auch aus der gedrungenen Gebäudekubatur. Die sieben Stockwerke des in die Breite gedehnten Baus erwecken die Vorstellung eines „monolithischen Steins“, so beschreibt es das Büro, aus dessen „Masse die Öffnungen gewissermaßen wie mit dem Meißel geschlagen wurden“. Bei den markanten Fensterlaibungen soll sich Dudler an der Architektur des traditionellen Engadiner Hauses orientiert haben. Die Grundrisse sind nach dem Prinzip des Durchwohnens strukturiert, die Haupträume der 2,5- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen gehen zum Teil über die gesamte Gebäudetiefe.
Die historischen Bezüge passen zum städtebaulichen Umfeld dieses Dudler-Baus: Als letztes von elf Baufeldern bildet der Limmathof den Abschluss eines Masterplans, den Hans Kollhoff mit dem Vokabular der „traditionellen“ europäischen Stadt des 19. Jahrhunderts entworfen hat. Das Wohn- und Geschäftshaus von Max Dudler bildet zusammen mit einem Wohnhochhaus von Huggenbergerfries Architekten und einem Altenpflegezentrum von Harry Gugger Studio ein blockartiges Gebäudeensemble. (sj)
Fotos: Stefan Müller
aua !!!! was ein gebabbel!
betonkiste ohne alles,
Naja, Dudler selbst scheint ja das Engadingerhaus angeführt zu haben und dessen Geschichte beginnt nun mal im Mittelalter. Zeitgenössisch kann man das also nicht nennen, und klassisch nun wirklich auch nicht.
Wenn auch angemerkt werden muss, dass der Begriff Altertum natürlich eigentlich die Antike usw. meint. So gesehen ist es vielleicht nicht das richtige Wort für 800 Jahre alten alpinen Bauernkram.
Aber unabhängig davon, ob das sehr ländliche Engadin der richtige Bezug istfür großstädtisches Bauen? Dann noch lieber Kollhoffs Mailand-Ansatz. Ich finde das Haus jedenfalls nicht wirklich gut proportioniert. Da lugt doch überall der Optimierungswille der Investoren vor.
Liebes BauNetz-Team,
was genau wirkt denn an dieser Fassade "altertümlich"? Vielleicht die "klassischen" Proportionen? Oder meinen Sie eher "unmodisch-zeitlos"?
Ich jedenfalls freue mich über solche Fassaden, die man wohl auch auch noch in 10, 20 oder 50 Jahren anschauen kann – und mag.