Achter-WG in Ludwigsburg
Studentisches Wohnen von Reichel Schlaier Architekten
In Ludwigsburg gibt es fünf Hochschulen und Akademien mit insgesamt fast 10.000 Studierenden. Im letzten Jahr wurde in der Innenstadt auf dem Campus Königsallee eine Wohnanlage für Studierende fertiggestellt. Für den Entwurf zeichnen Reichel Schlaier Architekten (Stuttgart) mit Koeber Landschaftsarchitektur (Stuttgart) verantwortlich. Die Ausschreibung und Bauleitung übernahmen Wenzel + Wenzel (Karlsruhe).
Das Baugrundstück liegt am Rande einer Kasernenstruktur aus dem 19. Jahrhundert nahe des Landratsamtes. Um mit dem Bestand zu korrespondieren, entwarfen die Verantwortlichen zwei Baukörper. Der fünfgeschossige Bau mit L-förmiger Grundfläche schließt das Areal zur angrenzenden Hauptstraße und der einbiegenden Seitenstraße. Das zweite Gebäude ist viergeschossig ausgebildet und schafft durch die Positionierung im Innenhof eine klare Platzkante. Den Bauten ist eine Ziegelsteinfassade vorgesetzt, die die Geschosse klar differenziert, indem sich die Farbigkeit der Verfugung ändert. Erker mit schmaler dreieckiger Grundfläche bilden punktuell ein Relief aus.
Insgesamt sind in dem Ensemble mit einer Gesamtbruttogeschossfläche von 9.000 Quadratmetern 229 Wohneinheiten untergebracht. Dabei variieren die Größen der Wohngemeinschaften von drei bis acht Personen. Durchgesteckte Erschließungskerne ermöglichen beim äußeren Baukörper den straßenseitigen Eintritt ebenso wie den vom Innenhof. Neben den Schlafzimmern haben alle Wohnungen zwei bis drei Bäder und farblich betonte Gemeinschaftsbereiche, die an die Küche anschließen. Der Rest der Wohnfläche ist in sterilem Weiß gehalten. Im Erdgeschoss sind die Gemeinschaftsbereiche ebenerdig, sodass man von ihnen direkt in den begrünten Innenhof gelangt. Das straßenseitige Erdgeschoss hingegen ist bewusst um eine halbe Etage erhöht, damit sich die Wohnungen vom Gehwegniveau abheben.
Für die Realisierung des Projekts haben die Architekt*innen gemeinsam mit der Bauherrin, dem Studierendenwerk Stuttgart, das ursprüngliche Mobilitätskonzept verändern können. Während im Wettbewerb 2018 noch vorgegeben war, die Anlage mit einer weitläufigen Tiefgarage zu errichten, sind stattdessen im Untergeschoss nun Stellplätze für nur 31 Kraftfahrzeuge, aber 200 Fahrräder entstanden. (gk)
Fotos: Brigida González
In den USA ist die Fnanzierung der Unis eine völlig Andere.
Und genau deswegen haben die "reichen" Unis Schlösser- und Villenarchitekturen (also oft auch nur auf Holzbauten aus den 60ern aufgeklebte Renaissance-Deko) , die man dann in den Hollywood-Filmen sieht.
In einem wenig subventioniertes "Dorm" an einer Uni in Iowa oder Minnesota wollen Sie eher nicht leben....
Die "Feuchtbiotope" sind übrigens kein großes Thema, weil die Bäder und Fußböden in einem Wohnheim in aller Regel täglich extern geputzt werden wie in einer Behörde oder Hochschule üblich.
.....ist der einzige Lichtblick...auch wenn ich befürchte das die nicht echt ist...ansonsten zeigt sich in diesem Projekt eine Emotionslosigkeit und Kälte das es fast schon wehtut....