Dinosaurier mit dezenter Eleganz
Umbaupläne für Bürokomplex im Brüsseler Europaviertel
„Was auf den ersten Blick wie ein langweiliger Bürokomplex im Europaviertel aussieht, wird mit einer dezenten Eleganz aufgewertet“, resümiert Brüssels Stadtbaumeister Kristiaan Borret in einer Pressemitteilung das Ergebnis eines von ihm mitentschiedenen Architekturwettbewerbs für Sanierung und Umbau eines Bürogebäudes aus den 1970er Jahren. Es geht um einen massiven, S-förmigen Baukörper zwischen Rue de Trèves und Rue d’Arlon unweit des Europäischen Parlaments. Auf Wunsch der neuen Eigentümer – den Immobilienentwicklern BPI Real Estate und AG Real Estate – soll der in die Jahre gekommene und von Leerstand bedrohte Bürobau-Dinosaurier zu einem ansprechenden, zukunftstauglichen Arbeitsort umgestaltet werden. Beim dafür ausgelobten Wettbewerb reichten fünf Teams ihre Vorschläge ein, gewonnen hat ihn ein Dreigespann bestehend aus Trans architectuur (Gent) sowie den beiden Ingenieurbüros CES (Asse) und Util (Brüssel).
Der Gewinnerentwurf lässt die in strengem Rhythmus aufgebaute Fassade aus Betonfertigteilen praktisch unangetastet, sodass der ursprüngliche Charakter des bis zu 12 Geschosse hohen Bauwerks erhalten bleibt. Im Gebäudekern sind jedoch neben der Erneuerung technischer Anlagen weitreichende bauliche Eingriffe am Tragwerk geplant, um die Qualität der Räume zu verbessern. Die aus schweren Säulen bestehende innere Struktur soll aus dem Mittelteil entfernt und durch ein System von Fachwerkbindern ersetzt werden, die über Kabel mit den Böden verbunden sind. Die Entscheidung, mit einer abgehängten Struktur zu arbeiten, berge zahlreiche Vorteile, erklärt Xavier Denis von AG Real Estate dazu. Die zuvor eng standardisierten Büroflächen würden so großzügiger und flexibel konfigurierbar, auch der Lichteinfall verbessere sich – entscheidende Faktoren auf dem heutigen Büroimmobilienmarkt.
Künftig soll der Bau in seinen Obergeschossen eine Nutzfläche von 18.500 Quadratmetern bieten, hinzu kommen weitere 1.700 Quadratmeter in den Ebenen -1 und -2. Das neue Programm des Gebäudes umfasst Coworking Spaces, einen Konferenzsaal, Besprechungsräume, einen Fitnessbereich, (Dach-)Terrassen, einen Garten und Fahrradparkplätze. Zudem ist im Erdgeschoss eine öffentlich nutzbare Verbindung zwischen Rue de Trèves und Rue d’Arlon geplant. Nachhaltigkeitsaspekten soll mit Begrünung, Sonnenkollektoren und Wärmepumpen Rechnung getragen werden. (da)
Dann noch die flächige Beruhigung zu den plastischen Eckkantungen. Dadurch eine plastisch gleichmäßige Abwicklung.
Die waren wohl schon immer gut.
Ist auch bei den heute gerne davorgestellten Fassadenstrukturen der Wechsel zwischen konvexer Loggia zu konkaver Betonstruktur davor. Dieses s-förmige ineinandergreifen zum Gleichgewicht auch in historischen Fassaden. ~~~
it s the space and only the space that makes us wonder..
wie man es energetisch hinbekommt (oder sich schönrechnet) , wenn man diese Fassaden hängen lässt würde ich gerne wissen.