Drei Kamine auf der Kuppe
Villa in Virginia von T. W. Ryan Architecture
Die Struktur der Mauern wie in Mies van der Rohes Konzept „Landhaus in Backstein", markante Schornsteine wie die 1738 erbaute Stratford Hall in Virginia, Kupferdächer wie sie US-Präsident Thomas Jefferson für sein nahes Landgut Monticello nutzte – diese Villa strotzt vor historischen Bezügen, zumal sie laut Architekten obendrein von den traditionellen Kolonialhäusern der amerikanischen Südstaaten inspiriert ist. Three Chimney House heißt dieser Komplex westlich von Charlottesville, den das Büro T.W. Ryan Architecture aus New York entworfen hat.
Bauherrin ist eine junge, vierköpfige Familie aus Virginia, die sich hier ihren 530 Quadratmeter großen Wohntraum erfüllte. Entstanden ist ein Ensemble aus drei Volumen, die jeweils eine Hauptfunktion aufnehmen und die umliegende Natur einrahmen. Küche und Wohnbereich beispielsweise sind nach Westen, Richtung Sonnenuntergang und Shenandoah-Gebirge ausgerichtet, während die Drehung des Schlaftraktes für grüne Berghänge vor dem Fenster sorgt.
Man betritt das Gebäude über die eingeschossige Eingangshalle aus Ziegelsteinen, eine gläserne Galerie zweigt rechterhand in die Bibliothek ab. Gegenüber liegt die Haupthalle mit Küche, Ess- und Wohnzimmer. Über einen Flur an deren Südseite geht es in den Schlafbereich, während am nördlichen Ende ein Atelier und das Gästehaus liegen. Dreieinhalb Meter hohe Mauern stecken sich wie Windmühlenflügel aus, um gezielte Blicke auf die Berge freizugeben und das Haus nach außen abzugrenzen. Überragt wird alles von drei jeweils neun Meter hohen Schornsteinen, wie die Mauern sind sie aus gekalkten Ziegeln errichtet. Der Schlafflügel, der in seiner archaischen Form und Materialauswahl an traditionelle Scheunen und Bauernhöfe erinnern soll, ist mit schwarz gebeiztem Zedernholz verkleidet.
Neben Holz und Ziegeln kamen Kupfer und Stein zum Einsatz, alles lokal typische, langlebige Materialien. Denn, so der Wunsch der Bauherren, dieses Haus soll über Jahrhunderte Bestand haben – ganz im Gegensatz zu den typischen, oft nur wenige Jahrzehnte überdauernden Häusern in US-amerikanischen Vorstadtsiedlungen. Platziert ist der Neubau auf einer Hügelkuppe am Waldrand mit Blick auf die Berge, im Osten eines 18 Hektar großen Grundstücks. Ursprünglich war es sogar Teil einer größeren Ranch, die im Bürgerkrieg als Lazarett für Verwundete und danach als Freifeld für Pferdetraining und Weidegang diente. Das letzte verbliebene Gebäude auf dem zum Zeitpunkt des Kaufs unbewohnten Grundstück war jedoch eine verfallene Jagdhütte aus den 1960er Jahren. (kat)
Fotos: Joe Fletcher
san gimignano finde ich da schon interessanter, obwohl dieses nahezu grotesk erscheint zum bezug... dann eher strecken auf x und y.
alle die referenzen, steckt viel idee drinnen aud draußen. alles sehr theoretisch hergeleitet, bietet sehr viel stoff für disskusionen, lässt daher auch fragen zu, warum all das. hier?
schuster bleib bei deinen leisten. wer ist schuster?
bauherr, architekt, kontext?
schornstein und der herr wright:
der baute stehts einen rücken dazu, dach, technik, konstruktion nie ohne zusammenhalt...
ein interview mit dem bauherren wäre ja mal interessant...
Sicher sind hier viele Zitate verbaut (der Architekt hat u.a. bei Richard Meier gearbeitet), diese sind aber in meinen Augen gut kombiniert. Der Widerspruch liegt nicht in den Referenzen, sondern in der Auflösung zur Landschaft, die es so nicht benötigt hätte. Trotzdem ein gutes Haus und nicht nur eine alles und dabei nichts erfüllende A/V-Kiste...
Was geht es euch an, wenn sich jemand das Haus baut, was ihm gefällt ?
Woher wollt ihr wissen, dass alles beheizt ist und wird ?
Woher wollt ihr wissen, dass da 4 Personen leben ? Vielleicht auch nur 2 oder 1 !
Passivhäuser sind menschenverachtend und geplante Sondermüllhalden. Der ENEV- Nachweis ist der reine Selbstbetrug.
Dieses Haus wird mit dieser Materialität sehr alt werden. Der Haustechnikkrempel in den Passivhäusern ist nach 25 Jahren Schrott.
zitate ohne ende, bis die schlote qualmen.
...wie in einem tarantino film...die enden ja immer im großen show down: das haus entsorgt sich stück für stück selbst, am kamin wird abends um feuer getanzt, tür für tür, fenster um fenster wird die hütte klein gemacht...und aus der asche wir ein phoenix steigen und nach dem chicken jagen...
snack a chickenwing!
(Und auch noch eine schwarzweiße Axo!!!)
Ich finds ja klasse, aber ein bißchen mehr gebildete Aufregung hätte ich jetzt schon erwartet.