Perfekte Täuschung
Wohnhaus in Schweden mit Aluminiumfassade
Die Täuschung ist aufs Neue täuschend echt. Diesmal jedoch nicht gewollt wie im Fall von Antonino Cardillo, einem jungen italienischen Architekten, der 2009 mit seinen nicht existierenden Gebäuden für Diskussionen in der Fachpresse sorgte. Betrachtet man die feinen Renderings für das „House for Mother“ von FAF Förstberg Arkitektur och Formgivning, einem kleinen, jungen Architekturbüro aus Malmö, ist man kurz davor, wieder reinzufallen. Das Aluminiumhaus existiert bereits im Kopf, bis die Projektbeschreibung verrät, dass der Baubeginn auf August 2014 datiert ist. Das Haus ist als Beitrag für die Wohnbau-Ausstellung Linköpingsbo 2017 geplant; die jetzt veröffentlichten Visualisierungen sehen überraschend real aus.
Gebaut werden soll auf einem 325 Quadratmeter großen Grundstück in der südschwedischen Stadt Linköping. Der schlicht gehaltene Entwurf der hohen, lichten Räume weist zwei versetzt aneinander angebrachte Baukörper auf: In dem einen sind Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, Badezimmer untergebracht, im kleineren Bereich der Schlafraum und ein Studio. Die Wohnfläche beträgt insgesamt 130 Quadratmeter. Einen Kontrast in sich birgt die Innengestaltung: Von den fein geschliffenen Betonböden heben sich die mit warmem Holz verkleideten Wände ab.
Außen soll das „House for Mother“, das tatsächlich nach der geplanten Fertigstellung im Sommer nächsten Jahres die Mutter des Architekten Björn Förstberg beherbergen wird, mit Aluminium verkleidet werden. In erster Linie sei die Dauerhaftigkeit der Grund für die Wahl dieses Materials, erläutert Förstberg sein erstes eigenes Bauprojekt. Auch könne die geriffelte Oberfläche das Licht sehr gut reflektieren, was beinahe ein Strahlen hervorruft. Das sei schön, sagt der Architekt – womit er Recht hat. (pg)
Renderings: Björn Förstberg
Haus aus Staub: Mehr über den Erfolg von Antonino Cardillo auf www.designlines.de
Wenn jeder Entwurf für ein Einfamilienhaus den Weg ins baunetz finden würde, dann käme man mit dem Lesen gar nicht hinterher. Ist der Entwurf denn so interessant, dass er veröffentlicht werden sollte, oder liegt es vielmehr an der Darstellung, die ihn besonders macht?
Damit hätte ich dann ein Problem, da dieser Umstand die Bildhaftigkeit der Architektur in den Vordergrund stellt und nicht deren Räumlichkeit.
Übrigens: bin über 60 - habe also im Studium noch alles von Hand gezeichnet, sitze jetzt aber täglich am CAD. Und man kann auch mit CAD Zeichnungen gestalten. Allerdings muss man aber dafür schon mal ein paar Automatikeinstellungen mit vorkonfektionierten Symbolen usw. abschalten.
Was ist das bitte für eine alberne Debatte?
Diktatur? Soll doch jeder selbst entscheiden, wie er sein Projekt auf dem Weg zur Realisierung bringt. Da steht die Skizze gleichwertig zum perfekten Rendering. Mich interessiert vor allem was am Ende des Tages vor uns steht. Im realen Leben. Basta.
Also frage ich mich, ob die schwedischen Kollegen zuviel Langeweile hatten, oder ob das Honorar in Schweden so üppig ist, oder der Bauherr das zusätzlich zahlt?? Fragen über Fragen?
Für ein Einfamileinhäuschen halte ich den Aufwand für total überzogen. Und Wehe, wenn dann später die Holzmaserung anders aussieht ;O)
Willkommen in real life.