Am Schweizer Wasserschloss
Wohnungsbau von Holzer Kobler fertig
Das Züricher Büro Holzer Kobler bringt man immer noch hauptsächlich mit Interieurs und Ausstellungsarchitekturen in Verbindung. Doch spätestens mit der Arche Nebra aus dem Jahr 2007 ist das Büro auch mit Hochbauten hervorgetreten. Auch mit der soeben bezogenen Wohnüberbauung „Wasserschloss“ haben die Architekten wieder einen Hochbau fertig gestellt. Das Gebäude im Ortsteil Vogelsang der Gemeinde Gebenstorf im Schweizer Kanton Aargau liegt unmittelbar an der Aare, am gegenüber liegenden Ufer eines Naturschutzgebietes. Aus den Fenstern der 33 Wohnungen haben die Bewohner direkte Sicht auf das Wasser und die Zusammenflüsse von Limmat, Reuss und Aare. Diesen Zusammenfluss nennt man das „Schweizer Wasserschloss“.
Das gesamte viergeschossige Wohngebäude orientiert sich in Richtung Fluss und Natur. Durch einen Knick des Baukörpers wird das Volumen aufgebrochen und sowohl die Aussichten als auch die Belichtung optimiert. Jede der Durchsteckwohnungen verfügt über einen Blick auf den Fluss und erhält von zwei Seiten natürliches Licht. Die Kompaktheit des Baus und seine Platzierung nahe am Ufer lässt eine Grünfläche für einen naturnahen Garten frei.
Die horizontal verlaufende Zickzack-Fassade aus Chromstahl soll nach dem Willen der Architekten mit den Reflexionen des Himmels und der Umgebung spielen und den Bau in die umliegende Naturlandschaft integrieren. Bewusst roh eingesetzte Materialien sollen dem Haus einen handwerklichen Charakter geben.
Fotos: Jan Bitter
das kann man in der schweiz nur aushalten, weil die berge so schön und der himmel so nah ist.
ich denke man muss das ding mal in 5 jahren fotografieren, wenn der garten etwas bewachsen ist, fahrräder auf den balkonen stehen, teppiche unterm esstisch liegen...
Eine Wohnhausfassade aus Chromstahl soll den Bau durch Spiegelung in die Umgebung integrieren? Warum denn dann nicht durch umgebende Materialien? Chromstahl ist einem Wohnhaus ein artfremder Baustoff.
Ein handwerklicher Charakter für ein Wohnhaus? Verwechselt da jemand die Begriffe? Schließlich sind eine sauber gemauerte Wand, eine fein gespachtelte Oberfläche, ein sauber verlegter Fußboden ebenso Beweise von gutem Handwerk.
Ich wehre mich dagegen, dass vermeintlich zukunftsweisendes Bauen im Wohnbereich = reduzierter Materialeinsatz und kühle Technik bedeutet. Nennt mich von gestern, aber eine gemütliche Kuschelecke steigert das Wohngefühl!