Die Schönheit der zwei Giebel
Wohnungsbau von Mäckler in Frankfurt
Dieses innerstädtische Doppelgiebel-Haus steht nicht etwa im Dom-Römer-Areal, wo zur Zeit die Simulation der Frankfurter Altstadt gebaut wird, sondern südlich des Doms Richtung Main. Christoph Mäckler (Frankfurt), Verfechter der „Schönheit der Stadt“, hat mit diesem Entwurf eine „maßvolle Nachverdichtung“ der an dieser Stelle in einer lockeren Blockrand-Zeilenbauweise errichteten 50er-Jahre-Siedlung intendiert.
Mäcklers Entwurf für das fünfgeschossige Wohnhaus mit zwölf Wohnungen „übersetzt die Anmutung der historischen Bebauung in eine moderne Formensprache und setzt sich sowohl mit dem Städtebau der Nachkriegszeit als auch mit dem Thema des innerstädtischen Wohnens in unmittelbarer Nähe zu Dom und Altstadtquartier auseinander“, so der Architekt.
Das Gebäude ist in zwei leicht gegeneinander verschobene rechteckige Baukörper aufgeteilt, die sich als schmale, hohe Häuser mit ihren Spitzgiebeln zur Straße wenden. Eine auf wenige Elemente reduzierte Formensprache soll die äußere Gestalt prägen und dem Gebäude eine „klare und ruhige Anmutung“ geben. Die beiden Gebäudehälften sollen jeweils eine architektonische Eigenständigkeit ausstrahlen und sind daher mit unterschiedlichen Putzarten und Farben versehen worden: in Weiß mit Glattputz und in Rot mit Kammputz.
Massive Mauerwerkswände aus hochgedämmten Ziegelsteinen ermöglichen einen Passivhaus-Standard. Stolz ist Christoph Mäckler, dass dabei auf eine zusätzliche Dämmung an der Fassade verzichtet werden konnte. (-tze)
Fotos: Thomas Eicken
Es ist ja durchaus verständlich, dass bei den unglaublichen Mieten in Frankfurt und den niedrigen Zinsen Nachverdichtungen ein ziemlicher No-Brainer sind, aber etwas Maß kann man schon noch halten. Ein zwei Geschosse Niedriger hätte man vielleicht noch ein Auge zudrücken können.
Ich bewerte jetzt mal die Gestaltung nicht. Alles Geschmackssache sagte der Affe und biss in die Seife.
Die Blockrandbebauungen der 50er Jahre beruhen auf einem wohl ausgefeilten System von Nähe und Abstand, die auch noch im Winter Sonne in die Wohnungen kommen läßt und die nötige (Sicht)Diskretion in den Wohnungen und in den unterschiedl. begrünten Höfen zuläßt (entspr. d. der Architekturplanung d. 20er Jahre).
Auf dem 1. Foto erkennt man gut, dass durch diese Verdichtung die Wohnungen des Ostblocks (Richtung Fahrgasse) nunmehr weder Sonne erhalten noch Sichtschutz. Man schaut sich ab jetzt auf den Küchentisch.
Unverantwortlich.
Was diese erneute gotische Kopie (Portikus auf der Alten Brücke und des daneben geplanten, aber nicht auch noch realisierten Wohn/Resataurant-Gebäudes) inmitten der 50er Jahre Architektur stilistisch soll, mag begreifen wer will.