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Mietermagazine von EINFA und GEHAG 1930–1939 I Von Gestaltungsvorschlägen zur NS-Propaganda
Ausstellung in Berlin
Ab Ende 1924 errichtete die Wohnungsbaugesellschaft GEHAG (Gemeinnützige Heimstätten, Spar- und Bau Aktien-Gesellschaft) in Berlin mehrere wegweisende Quartiere des Neuen Bauens, die heute zum Teil UNESCO-Welterbestatus haben. Die GEHAG wurde 1924 gegründet. Sie stand der SPD und der Gewerkschaftsbewegung nahe. Bei dem Bau der Siedlungen verfolgte man eine soziale Agenda, griff Ideale der Gartenstadtbewegung auf und überführte diese in einen urbanen Städtebau, der sich zeit- und kostensparend in serieller Taktbauweise realisieren lies.
Die Entwicklung der GEHAG zur Zeit des „Dritten Reichs“ ist ein mahnendes Beispiel der erschreckend effektiven Gleichschaltungspolitik der Nazis. Nur wenige Monate nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 wurde das Management der Wohnungsbaugesellschaft ausgetauscht. Dadurch änderten sich Architektur und Agenda, was sich direkt an den hauseigenen Publikationen ablesen lässt.
Die parallel gegründete EINFA (Berliner Gesellschaft zur Förderung des Einfamilienhaus gGmbH) war für die Verwaltung der Wohnbauten der GEHAG zuständig. Sie gab von 1930 bis 1939 monatlich Mietermagazine heraus. Diese spiegeln exemplarisch die Umbrüche in der NS-Zeit: Bis Mitte 1933 dreht es sich in den Magazinen um Haus und Garten, modern-zweckgemäße Einrichtung und gesundes Wohnen. Nach der Gleichschaltung der GEHAG änderte sich umgehend das Layout, ziemlich bald aber auch die Inhalte, so dass immer mehr NS-Propaganda Raum fand.
Text: Deutscher Werkbund Berlin (gekürzt)
Die Ausstellung ist nur nach Vereinbarung geöffnet: Anmeldung unter kontakt@werkbund-berlin.de
- -AusstellungDeutscher Werkbund Berlin, Goethestraße 13, 10623 Berlin
- Finissage, 18 UhrDeutscher Werkbund Berlin, Goethestraße 13, 10623 Berlin
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