Vier Städte, zwölf Kirchen, 100 Kunstwerke und Projekte
Manifesta 16 Ruhr gibt Teilnehmende bekannt
Endspurt für die Vorbereitungen zur Manifesta 16 Ruhr – am Samstag, dem 20. Juni 2026 findet auf dem Gelände der UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein die offizielle Eröffnungsfeier statt. Nach der Manifesta 4, die im Jahr 2002 in Frankfurt am Main stattfand, ist die europäische Wanderbiennale damit zum zweiten Mal in Deutschland zu Gast. Im Fokus der diesjährigen Ausgabe steht das Ruhrgebiet, vertreten durch die Städte Essen, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen. Hier befinden sich die zwölf Veranstaltungsorte, bei denen es sich ausschließlich um ehemalige Kirchenbauten der Nachkriegszeit handelt.
„Dies ist keine Kirche“ – so lautet denn auch das Motto, das der katalanische Architekt und Stadtplaner Josep Bohigas, künstlerischer Leiter der Manifesta 16, ausgegeben hat. Zusammen mit Manifesta-Gründerin Hedwig Fijen und einem siebenköpfigen, generationsübergreifenden Kurator*innenteam hat er nach einer zweijährigen Forschungsphase ein vielseitiges Kunst- und Kulturprogramm zusammengestellt. Bis zum 4. Oktober 2026 wird es das Potenzial ungenutzter Kirchen als gemeinschaftsstiftende dritte Orte erkunden.
Vor einigen Tagen wurde die umfangreiche Liste der Teilnehmenden veröffentlicht, die mehr als 100 Personen und Kollektive aus 33 verschiedenen Ländern zusammenbringt. Sie werden die ausgewählten Kirchenräume mit partizipativen Projekten, Leihgaben und über 50 neu in Auftrag gegebenen künstlerischen Arbeiten bespielen. Vor dem Hintergrund der Industriegeschichte des Ruhrgebiets sollen dabei auch Aspekte wie Migration, Desinformation, Polarisierung, kollektive Gedächtnisprozesse und die Schaffung lebenswerterer Städte thematisiert werden. Einen ersten Eindruck gibt unsere Bildstrecke mit einer Auswahl von Beteiligten und Veranstaltungsorten.
Insbesondere der direkte Dialog mit den Menschen vor Ort ist ein erklärtes Ziel der Biennale. Nachdem im Vorfeld verschiedene Formen der Bürger*innenbeteiligung umgesetzt wurden, spielen während der Laufzeit lokale Vermittler*innen eine große Rolle. Ferner sind 16 Projekte und Initiativen aus dem Ruhrgebiet, die auf Basis eines Open Calls ausgewählt wurden, im Rahmen des Kooperationsprogramms „Manifesta 16+“ eingebunden. Wichtig ist den Veranstalter*innen jedoch vor allem, auch jene Menschen zu erreichen, die Kulturangebote eher seltener nutzen. Gelingen soll dies mit kostenfreiem Eintritt und begleitenden Bildungs- und Vermittlungsprojekten. (da)
Details, Programm und Teilnehmer*innenliste: www.manifesta16.org