Runde Lernlandschaft
Schule im Kanton Bern von Ernst Niklaus Fausch
Apple hat sein rundes Spaceship von Norman Foster und die Gemeinde Konolfingen seit kurzem ein ringförmiges Schulhaus von Ernst Niklaus Fausch. Das Zürcher Büro belegte 2018 in einem Studienauftrag den 1. Rang, die Eröffnung erfolgte im vergangenen Jahr. Die Außenraumgestaltung stammt von Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten aus Bern.
Der Neubau mit rund 8.400 Quadratmetern steht am südlichen Rand der kleinen Gemeinde im Kanton Bern. Die Anlage namens Schullandschaft Stalden umfasst drei Cluster à 8 Klassen und einen gemeinschaftlich genutzten Bereich mit Aula und Tagesbetreuung sowie Büros für die Administration. Auch Gruppenräume, Musikzimmer und Lehrerbereiche gibt es. Aufgrund der Topografie des Grundstücks variiert das Volumen zwischen einem und drei Geschossen. Rund 600 Schüler*innen der Primar- und der ersten Sekundarstufe werden unterrichtet.
Warum eine runde Schule? Das ist natürlich die zentrale Frage dieses Projekts. Die Form ermöglicht einerseits direkte Zugänge in jedes der Cluster, ohne andererseits auf die geschlossene Wirkung eines großen einheitlichen Schulbaus zu verzichten. Der Schulhof im Inneren wird darüber hinaus zum gemeinsamen, von überall aus gleich gut erreichbaren und sicheren Spielbereich ohne dunkle Ecken. Ein Dachgarten erweitert den Raum zusätzlich.
Zwei selbsttragende Laubengang-Schichten definieren den Übergang zum Außenraum. Die verschattbaren Stahlkonstruktionen verbinden auch alle Abschnitte des in vier Segmente – drei Cluster und der Gemeinschaftsbereich – unterteilten Grundrisses. Offene Treppenhäuser in unterschiedlichen geometrischen Grundformen dienen im Hof der inneren Adressbildung. Die Cluster verfügen über eine Mittelgangerschließung, immer wieder unterbrochen von offenen Lernbereichen. Multifunktionale Treppenskulpturen verbinden die Geschosse.
Die Schule ist als Betonskelett aus vorfabrizierten Stützen und Trägern konstruiert. Der Aussteifung dienen radiale Sichtbetonwände zwischen den Segmenten. Alle Wände, Treppen und Einbauten sind Ausbauelemente, was zukünftige Veränderungen erleichtert. Die Böden bestehen ebenfalls aus Beton, ansonsten sind viele Holzoberflächen und Vorhänge zu sehen. Die Atmosphäre hat etwas angenehm Provisorisches, eher Werkstatt oder Atelier denn Standardschulbau. (sb)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Ernst Niklaus Fausch Partner
- Landschaftsarchitektur:
- Klötzli Friedli Landschaftsarchitekten
- Weitere Planungsbeteiligte:
- GS Baumanagement (Baumanagement),Lüchinger Meyer Partner (Bauingenieur), Hefti. Hess. Martignoni. (Elektroplanung), Waldhauser + Hermann (HL-Planung), BLM Haustechnik (Sanitärplanung), Grolimund + Partner (Bauphysik), Lüchinger Meyer Partner (Fassadenplanung), Wälchli Architekten Partner(Brandschutzplanung)
- Auftraggeber:
- Gemeinde Konolfingen
- Fläche:
- 8.412 m² Geschossfläche
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