Der Geschichtenerzähler unter den Preisen
Zur Shortlist des neuen REAR Award 2026
Der Geschichtenerzähler unter den Preisen
Zur Shortlist des neuen REAR Award 2026
Dieser Preis war überfällig. Der erstmalig ausgeschriebene REAR Award 2026 zeichnet aus, was immer schon Ziel jeder Architektur sein sollte: Gebäude, die sich über viele Jahre bewährt haben. Vergeben wird der Preis in zwei Kategorien – Bauten, die älter als 25 Jahre sind, und solche, die in den vergangenen 25 Jahren transformiert wurden. Nun stehen die ersten beiden Shortlists fest. Heute präsentieren wir die 26 Nominierten der ersten Kategorie.
Freilich, wir lechzen alle nach Neuem. Aber es mutet doch irritierend an, dass ausgerechnet jene Werke, die für die Dauer eines ganzen, bestenfalls mehrerer Menschenleben konzipiert sind, fast ausschließlich am Anfang ihres Bestehens ausgezeichnet werden. Aber genau dann schaut eben die Fachöffentlichkeit hin – kritisiert, lobt, bewertet, teils bevor Nutzer*innen die Chance hatten, das Gebäude in all seinen Facetten kennenzulernen. „Manche Bauten haben vielleicht einen zeitgenössischen Reiz, funktionieren aber über die Lebensdauer schlechter als andere“, sagt etwa Architekt Fabian Onneken (KO/OK), der den REAR – Reflect Architecture Award zusammen mit Publizistin Katharina Benjamin (Kontextur) und Grafikdesigner Patrick Martin (HLA Studio) ins Leben gerufen hat.
Dieser neue, vergangenen Dezember ausgelobte Preis ist einer, der den Begriff Bestand wörtlich nimmt. Die erste und namensgebende Kategorie – der REAR Award 2026 – würdigt existierende Gebäude, die bis Ende 2000 fertiggestellt wurden, also seit mindestens 25 Jahren bestehen und keine relevanten Eingriffe erfahren haben. Um auch die dringend nötige Umbaupraxis zu adressieren, wird Letzteres in der zweiten Kategorie REAR Transformation 2026 berücksichtigt. Dieser Teil prämiert Bauten, die bis Ende 2025 umgebaut oder erweitert wurden.
Dieser neue, vergangenen Dezember ausgelobte Preis ist einer, der den Begriff Bestand wörtlich nimmt. Die erste und namensgebende Kategorie – der REAR Award 2026 – würdigt existierende Gebäude, die bis Ende 2000 fertiggestellt wurden, also seit mindestens 25 Jahren bestehen und keine relevanten Eingriffe erfahren haben. Um auch die dringend nötige Umbaupraxis zu adressieren, wird Letzteres in der zweiten Kategorie REAR Transformation 2026 berücksichtigt. Dieser Teil prämiert Bauten, die bis Ende 2025 umgebaut oder erweitert wurden.
„Wir denken, dass wir eine Lücke in der bestehenden Preislandschaft gefunden haben“, so Benjamin. „Die Auszeichnung von Projekten, die vor einer Generation fertiggestellt wurden, zielt darauf ab, den Diskursraum wieder zu öffnen.“ Dabei wollen die Initiator*innen nicht nur einzelne Ikonen ins Rampenlicht rücken – wie etwa die Klassik-Nike des BDA –, sondern explizit eine „Vielzahl an beständigen Architekturen“. Entsprechend froh waren sie über die große Resonanz zu dieser ersten Ausgabe. Insgesamt 154 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind eingegangen. 42 Gebäude setzte die Jury auf die Shortlist des Transformation Award (die wir kommende Woche präsentieren), 26 auf die des REAR Award. Diese sind allesamt in der Bildstrecke zu sehen.
Zur Jury gehören neben Benjamin und Onneken zudem Thomas Auer (Transsolar), Publizistin Lucia Gratz (ICOMOS Suisse) und BDA-Präsident Alexander Poetzsch (Alexander Poetzsch Architekturen). Sie hätten sich die Auswahl nicht leicht gemacht, berichtet Benjamin, die Shortlist aber bewusst umfangreich bestückt. Denn eine Motivation des Awards ist auch, derartige Projekte zu sammeln und sichtbar zu machen. Entsprechend finden sich in der Liste einige altbekannte Namen, aber auch die eine oder andere Neuentdeckung – Häuser, die der news-hungrigen Fachöffentlichkeit einstmals durch die Lappen gegangenen sind, uns heute aber noch viel zu sagen haben.
Zur Jury gehören neben Benjamin und Onneken zudem Thomas Auer (Transsolar), Publizistin Lucia Gratz (ICOMOS Suisse) und BDA-Präsident Alexander Poetzsch (Alexander Poetzsch Architekturen). Sie hätten sich die Auswahl nicht leicht gemacht, berichtet Benjamin, die Shortlist aber bewusst umfangreich bestückt. Denn eine Motivation des Awards ist auch, derartige Projekte zu sammeln und sichtbar zu machen. Entsprechend finden sich in der Liste einige altbekannte Namen, aber auch die eine oder andere Neuentdeckung – Häuser, die der news-hungrigen Fachöffentlichkeit einstmals durch die Lappen gegangenen sind, uns heute aber noch viel zu sagen haben.
So sind etwa zwei grundsätzliche Strategien in Sachen Alterung der Bauwerke zu erkennen. Gebäuden wie der Weimarhalle von gmp sieht man die Bauzeit fast nicht an. Andere setzen auf gezielte, gar beschleunigte Patina und provozieren so eine Auseinandersetzung mit ihrem Alter. Prädestiniert dafür sind natürlich Häuser aus Holz, besonders anschaulich – und sicher auch streitbar – macht es aber ebenso der Galeriebau der Sammlung Oskar Reinhart „Am Römerholz” in Winterthur. Gigon Guyer mischten dem Beton Jurakalkstein und Kupfer bei, was zu einer raschen Oxidation führte.
„Uns interessiert diese spezielle Art der architektonischen Bildkommunikation“, sagt Benjamin. Eine etwas ehrlichere Bildkommunikation als in der Branche üblich, möchte man meinen. Denn allzu oft bleiben die Publikationsfotografien kurz nach Fertigstellung das einzige offizielle Bild eines Projekts. Das wird dessen langjähriger Existenz aber nicht unbedingt gerecht. Aus diesem Grund will der REAR Award, wenn möglich, immer beides zeigen – den bauzeitlichen und den aktuellen Zustand. Die Gewinner jedenfalls, die die Jury im Juni bekannt geben wird, sollen neu fotografiert werden. Zudem ist jeweils eine Audio-Reportage geplant, die auch die Perspektiven der Nutzer*innen, Bauherrschaften, Planenden oder sogar Baufirmen aufnimmt.
„Uns interessiert diese spezielle Art der architektonischen Bildkommunikation“, sagt Benjamin. Eine etwas ehrlichere Bildkommunikation als in der Branche üblich, möchte man meinen. Denn allzu oft bleiben die Publikationsfotografien kurz nach Fertigstellung das einzige offizielle Bild eines Projekts. Das wird dessen langjähriger Existenz aber nicht unbedingt gerecht. Aus diesem Grund will der REAR Award, wenn möglich, immer beides zeigen – den bauzeitlichen und den aktuellen Zustand. Die Gewinner jedenfalls, die die Jury im Juni bekannt geben wird, sollen neu fotografiert werden. Zudem ist jeweils eine Audio-Reportage geplant, die auch die Perspektiven der Nutzer*innen, Bauherrschaften, Planenden oder sogar Baufirmen aufnimmt.
Es geht bei diesem Preis also auch um Pflege und Erhalt, um das Leben der Gebäude, nachdem ihre Architekt*innen sie aus der Hand gegeben haben. Gleichzeitig lassen sich aus dem Bestand natürlich bessere Rückschlüsse für die Planung ziehen: Wie gut hält die Konstruktion der Witterung stand, hat sich die beabsichtigte Raumwirkung eingelöst, welche Nutzungsspuren verträgt ein Gebäude, kann es problemlos repariert werden?
Für diese erste Ausgabe hätten sie eng gefasste Kriterien allerdings bewusst noch nicht festgelegt. Man wollte sehen was kommt und daraus lernen. Umso wichtiger seien die verschiedenen Expertisen und Hintergründe der Jurymitglieder gewesen, etwa der Blick von Auer auf die langfristig, klimatische Performance. Vielversprechend ist der REAR Award aber gerade auch deshalb – er ist noch neu. Bleibt der Preis erhalten, wird er sich in den kommenden Jahren präzisieren, aussagekräftiger werden und gehaltvolle Geschichten erzählen. Unnötig zu erwähnen, aber ähnlich verhält es sich mit der Architektur ja auch.
Für diese erste Ausgabe hätten sie eng gefasste Kriterien allerdings bewusst noch nicht festgelegt. Man wollte sehen was kommt und daraus lernen. Umso wichtiger seien die verschiedenen Expertisen und Hintergründe der Jurymitglieder gewesen, etwa der Blick von Auer auf die langfristig, klimatische Performance. Vielversprechend ist der REAR Award aber gerade auch deshalb – er ist noch neu. Bleibt der Preis erhalten, wird er sich in den kommenden Jahren präzisieren, aussagekräftiger werden und gehaltvolle Geschichten erzählen. Unnötig zu erwähnen, aber ähnlich verhält es sich mit der Architektur ja auch.
BauNetz ist Medienpartner des REAR – Reflect Architecture Award 2026.
Zum Thema
Weitere Infos auf rear-award.com
Preise und Awards
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Die Moderne ist durchdekliniert. Je mehr nur räumlich um so zeitloser. Am radikalsten gleich zu Anfang die Kirche von Allmannwappner. Ein monumentales Portal in die Abstraktion, den Raumkult.
Wieso sollen jedoch in Kategorie 2 aktuelle Umbauten prämiert werden? Wenn sich nach der REAR-Logik Gebäude 25 Jahre lang bewähren müssen, warum dann nicht auch Umbauten? Ob ein Umbau gelungen ist, zeigt sich entsprechend auch erst nach gewisser Zeit. Umbau allein ist kein Qualitätsmerkmal. Die Kategorie REAR Transformation daher für mich eher fragwürdig.